2026: Zollmanagement rückt ins Blickfeld
15. Dez. 2025NewsletterDas Jahr 2025 ist in allen Branchen geprägt durch das Thema Zölle. Auch 2026 wird ein herausforderndes Jahr für Unternehmen werden, was Regulierungen und den Kostendruck angeht. Ein Bereich rückt nun stärker in den Fokus: das Zollmanagement. Die Customs Support Group, nach eigenen Angaben Europas größter unabhängiger Zolldienstleister, identifiziert für 2026 fünf zentrale Trends, die den Außenhandel prägen.
Zollexpertise wird zum Wettbewerbsfaktor
Globale Lieferketten sind zunehmend von politischen und regulatorischen Eingriffen betroffen, angefangen bei Exportkontrollen über Anti-Dumping-Maßnahmen bis hin zu neuen Wertschöpfungsanforderungen. Unternehmen können diese Entwicklungen nicht steuern, aber sie können sich organisatorisch vorbereiten. Dazu gehört eine deutlich stärkere Einbindung des Zollbereichs in strategische Entscheidungen, etwa zur Beschaffung & Lieferantenwechsel, Standortstrategie sowie Kostenkalkulation und Risiko- und Sanktionsmanagement.
Die Nachfrage nach spezialisierten Fachkräften steigt, während viele Firmen noch mit veralteten Strukturen arbeiten. 2026 dürfte daher auch ein Jahr werden, in dem Zollwissen zunehmend zum Engpass wird.
Während Lieferketten viele Transparenzstandards bereits erfüllen (Echtzeit-Tracking, automatisierte Stammdatenpflege), hinkt der Bereich Zolldaten vielerorts hinterher. In der Praxis sind diese häufig über verschiedene Länder, Dienstleister oder IT-Systeme verteilt. Ergebnis: Fehlende Übersicht, unklare Kosten und damit verzögerte Entscheidungsprozesse. Eine Konsolidierung, sowohl operativ (ein Dienstleister für mehrere Länder) als auch digital (einheitliche Plattform), wird damit laut Customs Support Group zum Schlüsselthema. Erst durch zentralisierte Daten lassen sich Stammdatenpflege, Compliance und Abgabenkalkulation effizient automatisieren, heißt es seitens der Experten.
Während 2025 von Zollerhöhungen geprägt war, verschieben sich die Herausforderungen 2026 stärker Richtung Regulatorik. Dazu gehören etwa neue Exportkontrollen, europäische Regularien wie CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism), verschärfte Sorgfaltspflichten in Lieferketten und US-Regeln zu lokaler Wertschöpfung und Technologieexport.
Unternehmen, die ihre Zollkosten aktiv steuern, erhöhen nach Meinung der Customs Support Group nicht nur ihre Kostentransparenz, sie können ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit messbar steigern. Trotz aller Komplexität bleibt ein Punkt zentral: die korrekte Tarifierung. Sie entscheidet über Zollsätze, Genehmigungspflichten, Dokumentationsanforderungen, Sanktionen und relevante Präferenzregeln.
In einer Welt mit häufigen Änderungen politischer Maßnahmen ist eine präzise und regelmäßig aktualisierte Klassifizierung unverzichtbar und bildet die Grundlage für schnelle Anpassungen in Beschaffung, Pricing oder die Transportplanung.
Fazit: 2026 wird zum Prüfstein für die Zollorganisation
Die fünf Trends zeigen laut Customs Support Group klar: Zoll ist längst kein reiner Verwaltungsbereich mehr. Er wird zu einem strategischen Instrument, das über Versorgungssicherheit, Resilienz und Kosten entscheidet.