Arocs punktet durch technische Stärke

28. Aug. 2025 Newsletter / Fahrzeug & Technik
Daimler Truck hat beim Mercedes-Benz Arocs nur Verbesserungen im Detail statt eines großen Facelifts vorgenommen.
Als Bauarbeiter steht der Arocs weniger im Rampenlicht als seine Fernverkehrs-Brüder Actros L und eActros 600. Optisch scheint er seit seiner Premiere auf der Bauma 2013 fast ein wenig in die Jahre gekommen zu sein. Umso mehr punktet er mit seinen inneren Werten, die er vor Kurzem auf dem Testgelände im badischen Ötigheim gegenüber der Fachpresse unter Beweis stellen konnte. Vom Fuso eCanter über Atego 4x2, Arocs 6x4 und 6x6 bis hin zu Arocs 8x4/4 und 8x8 hatte Daimler Truck eine breite Auswahl an Kippern aufgefahren.
Auch das erste Sondermodell der Arocs-Baureihe, der „Arocs Extent“, war in Form eines 3251 K 8x4/4 mit von der Partie – und wenige Tage später beim Truck-Grand-Prix am Nürburgring zu bestaunen. LED-Scheinwerfer, Zierelemente in Carbon-Optik und im neuen Farbton Wettergrau matt, folierte Sonnenblende und Vorbauklappe sowie das Multimedia-Cockpit Interactive machen den auf 100 Exemplare (in verschiedenen Varianten) limitierten Vierachskipper so besonders.
Der Arocs steht wie kein anderer Mercedes-Benz-Lkw für robuste Technik, Zuverlässigkeit und Vielseitigkeit im Baustelleneinsatz. Das stabile und verwindungsfähige Rahmenkonzept ermöglicht hohe Zuladungen und stellt die Grundlage für vielfältige Aufbauten dar – ob Dreiseitenkipper, Hinterkipper, Abroll- kipper oder Fahrmischer.
Ein Arocs für jeden Einsatzzweck
Das große Radformelangebot von 4x2 bis 8x8, mit stahl- oder luftgefederten Antriebsachsen, sorgt dafür, dass die Fahrzeuge optimal ans jeweilige Einsatzgebiet angepasst werden können. Neu sind die 10-Tonnen-Achsen vorn für die Drei- und Vierachser, die schwerere Aufbauten ermöglichen.
Motorenseitig bieten die aktuellen Euro-VI-Antriebe OM 470, OM 471 und OM 473 eine breite Leistungsspanne bis zu 460 kW (625 PS). Wer auf einen Allradler verzichten möchte, aber gelegentlich zusätzliche Traktion an der Vorderachse benötigt, ist mit dem Hydraulic Auxiliary Drive (HAD) gut bedient.
Wie die Fahrt mit einem beladenen Arocs 3246 K 8x4/4 zeigt, kommt man im Gelände aber auch ohne Allrad und mit eingelegter Längssperre zwischen den beiden angetriebenen Achsen schon ziemlich weit. Welche Sperre(n) eingelegt sind, wird dem Fahrer im zentralen Display anschaulich anhand einer Fahrgestellgrafik dargestellt. Einlegen kann man sie im Stand oder während der Fahrt, aber natürlich besser nicht unter Volllast oder erst dann, wenn man bereits feststeckt.
Die Powershift-Advanced-Automatik nutzt die Redaktion im manuellen Modus, um beim steilen Anstieg in Ötigheim keine Kraftunterbrechung zu riskieren – und dann heißt es, bei zirka 1.500 Umdrehungen auf dem Gas zu bleiben, bis alle vier Achsen über die Kuppe sind. Falls man dennoch am Hang zum Stehen kommt, ist die von der Dauer unbegrenzte Hold-Funktion (Durchdrücken des Bremspedals) eine große Hilfe. Erst durch Gasgeben löst sich die Bremse wieder, und der Arocs zieht energisch an.