Bertschi verzeichnet soliden Umsatz 2025
09. Feb. 2026NewsletterObwohl die Chemieproduktion in Europa im letzten Jahr eher stagnierte, ist der Umsatz der Bertschi Gruppe stabil geblieben. Der Chemielogistiker schloss 2025 mit 1,02 Milliarden Schweizer Franken (etwa 1,11 Milliarden Euro) Umsatz ab – nominal unverändert gegenüber 2024. Währungsbereinigt weist das Unternehmen jedoch ein Plus von 2,5 Prozent aus. Rückenwind kam laut Bertschi vor allem aus ausgewählten globalen Märkten sowie aus einer steigenden Nachfrage nach Lager- und Distributionslösungen in Europa und Asien.
Chemielogistik in Zeiten von Zolldruck zuverlässig planen
Die zentrale Frage für viele Verlader: Wie lässt sich Chemielogistik in Zeiten von Zolldruck, neuen Regulierungen und volatilen Warenströmen zuverlässig planen, ohne dass Sicherheit und Margen leiden? Bertschi setzt dafür nach eigenen Angaben auf eine Kombination aus Hub-Infrastruktur, Door-to-Door-Services, Compliance-Kompetenz und gezielten Investitionen.
Zollunsicherheit, „Frontloading“ und „Friendshoring“ verändern Warenströme
Bertschi beschreibt 2025 als Jahr anhaltender Zoll- und regulatorischer Unsicherheiten. Parallel veränderten sich die Warenströme durch zwei Trends. Zum einen das Frontloading: Unternehmen ziehen Transporte vor, um möglichen Zöllen/Restriktionen zuvorzukommen. Zum anderen das Friendshoring: Beschaffung und Produktion verlagern sich stärker in politisch „befreundete“ Regionen.
Europas Chemie stagniert – Importe und neue Quellen gewinnen an Gewicht
Während Europas Chemieproduktion insgesamt schwach bleibt, gewannen in bestimmten Segmenten Volumina aus Asien, dem Nahen Osten und Amerika an Bedeutung. Bertschi will diese Entwicklung mit skalierbarer Infrastruktur und End-to-End-Services abfedern: lagern, handeln, beheizen, beproben, verzollen und verteilen – besonders in den wichtigsten Importmärkten in Europa und Asien.
Großinvestitionen in Antwerpen und Rotterdam – plus Ausbauoption in UK
Ein Schwerpunkt der Strategie bleibt der Ausbau von Kapazitäten nahe großer Häfen und Industriecluster. Als Kernstück nennt Bertschi das Intermodal-Terminal Antwerp Zomerweg (AZT): ausgelegt für integrierte Chemielogistik mit Containerlagerung (insbesondere Gefahrgut-Isotanks), Mehrwertdiensten wie Zollabwicklung und Beheizung sowie trimodaler Anbindung. In Rotterdam Botlek wurde eine Erweiterung abgeschlossen, die Umschlag, Handling und Gefahrgut-Lagerkapazitäten des trimodalen Terminals stärken soll. Zusätzlich erwarb Bertschi ein Grundstück in Middlesbrough, um den UK-Lager- und Distributionshub perspektivisch auszubauen.
Netzwerk wächst: neue Niederlassungen in Mexiko, Taiwan und Ningbo
Auch global baut Bertschi aus: Mit Aktivitäten in Mexiko will die Gruppe Kunden lokale Expertise und eine Anbindung an globale Door-to-Door-Konzepte bieten. Neue Gesellschaften in Taiwan und Ningbo sollen die Asien-Präsenz für regionale Distribution und exportorientierte Lieferketten stärken. In Singapur erweiterte Bertschi die Isotank-Heizkapazitäten im Jurong Island Chemical Cluster (JICC) – ein wichtiger Baustein für integrierte Chemielogistik in Südostasien. Außerdem berichtet das Unternehmen von Wachstum im Hub Zhangjiagang (China) mit Leistungen wie Gefahrgutlagerung, Abfüllung, Lager-Services und Distribution.