Brandenburg rüstet Lkw mit Abbiegeassistenten nach

29 Jun 2020
Straßenbau Brandenburg
Die Kosten für die Nachrüstung belaufen sich auf 2.000 Euro. Foto: Matthias Roeser

Die brandenburgische Straßenbauverwaltung rüstet versuchsweise Straßendienstfahrzeuge mit Abbiegeassistenten nach. Eines der Fahrzeuge wurde am Donnerstag vorgestellt.

Die besondere Herausforderung bei Straßendienstfahrzeugen ist, dass der Abbiegeassistent auch mit Anbaugeräten wie zum Beispiel Schneepflügen oder Mähmaschinen funktionieren muss. Der Landesbetrieb hat sich daher für ein kamerabasiertes System entschieden (Turncam von Rosho). Wie Thomas Wackenhut, Sachgebietsleiter Technik beim Landesbetrieb Straßenwesen (LS), erläuterte, überträgt es die Kamerabilder nicht nur auf einen Monitor in der Fahrerkabine, sondern wertet sie auch auf bewegte und unbewegte Objekte in einem festgelegten Detektionsbereich rechts neben dem Fahrzeug aus.

Erprobung auf Bundes- und Landesstraßen

Setzt der Fahrer den Rechtsblinker, wird er akustisch gewarnt, sobald sich ein Radfahrer oder Fußgänger im kritischen Bereich bewegt. Bei der Vorführung auf dem Betriebshof wurden bewegte Objekte im überwachten Bereich sicher von unbewegten Objekten unterschieden. Die Fahrzeuge sollen in den kommenden Monaten intensiv auf Bundes- und Landesstraßen erprobt werden.

Ausschlaggebend für die Wahl von Turncam war laut Wackenhut, dass es als eines der ersten Systeme überhaupt über eine allgemeine Betriebserlaubnis verfügte und auch von Vertragswerkstätten eingebaut wird, um so nicht die Gewährleistung für die relativ jungen Lkw zu gefährden. Die Kosten je Fahrzeug bezifferte er auf 2.000 Euro inklusive Einbau.

Leben retten

Landesverkehrsminister Guido Beermann, der als Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium auch die europäischen Verhandlungen über die Ausrüstungspflicht begleitet hat, sagte, mit dem jetzigen Versuch setze sich Brandenburg an die Spitze der Bewegung. „Wir tun alles, um Leben zu retten“, betonte er. „Als öffentliche Hand haben wir natürlich auch Vorbildfunktion“, ergänzte Thomas Heyne, Vorstand Betrieb und Verkehr des LS. Ziel sei es, nach und nach die gesamte Flotte von knapp 190 größeren Nutzfahrzeugen mit Abbiegeassistenten auszustatten. Darüber hinaus wird in den kommenden Wochen ein Transporter versuchsweise mit einem Abbiegeassistenten nachgerüstet. Der Landesbetrieb verfügt über rund 150 Fahrzeuge in dieser Klasse.