Bremerhaven startet Milliardenprogramm für Hafenanlagen

17. Feb. 2026Newsletter
Mit dem offiziellen Baubeginn für die neue Nordmole hat in Bremerhaven eines der zentralen Infrastrukturprojekte an der Küste begonnen. Das alte Bauwerk war nach jahrelanger Sperrung im Jahr 2022 als akutes Sicherheitsrisiko eingestuft worden. Nun soll die Zufahrt zum Fischereihafen durch einen modernen Neubau dauerhaft sicherer werden.
Gleichzeitig kündigt die Hafengesellschaft Bremenports eine umfassende Investitionsoffensive an: Rund 1,35 Milliarden Euro sollen in den kommenden Jahren in die Sanierung, Modernisierung und strategische Weiterentwicklung der Hafenanlagen fließen.
Neubau der Nordmole: Mehr Sicherheit für den Fischereihafen
Das Projekt Nordmole ist technisch anspruchsvoll und umfangreich geplant. Vorgesehen ist eine rund 280 Meter lange Konstruktion, die künftig leicht nach Nordwesten verschwenkt wird, um bessere nautische Bedingungen zu schaffen.
Die neue Mole entsteht aus massiven Spundwänden und Stahlbeton. Veranschlagt sind etwa 3.500 Tonnen Stahl sowie rund 140.000 Kubikmeter zu bewegender Boden. Die Baukosten liegen bei 32,2 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen rund zwei Jahre dauern, die Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen.
Auch der charakteristische Molenturm wird wieder errichtet: Äußerlich soll er dem historischen Vorbild entsprechen, im Inneren jedoch technisch auf den neuesten Stand gebracht werden.
Milliarden aus dem Verteidigungshaushalt
Über den Neubau hinaus plant der Bund Investitionen in Höhe von rund 1,35 Milliarden Euro für die Hafeninfrastruktur in Bremerhaven. Die Mittel sollen in den kommenden Jahren aus dem Verteidigungsetat bereitgestellt werden.
Ziel ist es, die Häfen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch strategisch zukunftsfähig aufzustellen. Die Gelder sind für Sanierung, Modernisierung und strukturelle Weiterentwicklung vorgesehen.
Strategische Rolle in der „Zeitenwende“
Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe ordnet die Investitionen in den sicherheitspolitischen Kontext der sogenannten „Zeitenwende“ ein. Häfen sollen im Ernstfall einen Beitrag zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit leisten können.
Gleichzeitig profitieren ausdrücklich auch die zivilen Bereiche. Geplant sind unter anderem Maßnahmen zur Sicherung und Erneuerung von Kaianlagen, technischen Einrichtungen und Verkehrsanbindungen. Zudem stehen Projekte zur Steigerung von Resilienz, Leistungsfähigkeit, Energieinfrastruktur und Digitalisierung auf der Agenda.
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