Umweltminister einigen sich auf CO2-Ziele für Pkw und Transporter

10 Okt 2018
CO2, Emissionen
Ab 2030 sollen Autos 35 Prozent weniger Treibhausgas als 2021 ausstoßen. Foto: Fotolia

Die EU-Umweltminister haben sich nach schwierigen Verhandlungen auf neue CO2-Emissionsziele für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge geeinigt. Ab 2030 sollen Autos 35 Prozent und Transporter 30 Prozent weniger Treibhausgas als 2021 ausstoßen.

Einige Mitgliedstaaten hatten angesichts der Klimakatastrophe weit höhere Werte gefordert, insbesondere Deutschland und Frankreich aber blockierten dies mit Rücksicht auf ihre Autoindustrie. Sie unterstützen den Vorschlag der EU-Kommission, der sich mit einem Minus von 30 Prozent begnügt hatte. Jetzt müssen Ministerrat, Kommission und das Europäische Parlament eine gemeinsame Lösung finden. Die Abgeordneten hatten vergangenen Woche für eine Verringerung von 40 Prozent gestimmt.

Die Umweltminister haben die Emissionswerte für leichte Nutzfahrzeuge unverändert vom Kommissionsvorschlag übernommen. Bis 2025 müssen die Flottenwerte im Vergleich zu 2021 ebenso wie die von Pkw um 15 Prozent niedriger sein. Die Hersteller sollen außerdem Anreize für den Absatz emissionsarmer Fahrzeuge wie Elektroautos oder Plug-In-Hybride bekommen.

Dänemark, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Slowenien und Schweden äußerten ihre Enttäuschung über das Ergebnis, insbesondere angesichts des tags zuvor veröffentlichten besorgniserregenden Berichts des Weltklimarats (IPCC). So könnten weder die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht noch die langfristige Zukunft der europäischen Industrie gesichert werden, kritisierten sie. Der Übergang zu Fahrzeugen mit wenig Emissionen gehe in der EU zu langsam, während sich die Industrie weltweit auf einen echten Wandel vorbereite.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) bedauerte, dass es den EU-Staaten nicht gelungen sei, Klimaschutz und Beschäftigungssicherung in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. VDA-Präsident Bernhard Mattes sprach von „überzogenen Forderungen“, mit denen der Industriestandort geschwächt werde. Die Politik sollte eine Strategie verfolgen, die die Effizienz über alle Antriebe und Kraftstoffe hinweg steigere. Die Verhandlungen von Rat, Kommission und Parlament beginnen bereits heute. Mattes kündigte ein entsprechendes Lobbying an.