Corona bremst autonome MAN-Trucks aus

18. Juni 2020
MAN und die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) verschieben die mit Spannung erwartete Erprobungsphase der automatisierten Lkw-Prototypen auf Anfang 2021.
Eigentlich wären aktuell die letzten Vorbereitungen für den Praxistest auf dem Container Terminal Altenwerder (CTA) und einer rund 70 Kilometer langen Autobahnstrecke auf der A7 getroffen worden. Doch die Covid-19-Pandemie sorgt nun für größere Verzögerungen bis in das kommende Jahr hinein.
Auf Nachfrage der Plattform eurotransport.de erklärt die Pressesprecherin der HHLA: „Mit Blick auf den Gesundheitsschutz von Mitarbeitern und Projektpartnern haben Vorbereitungstermine nicht in dem Umfang stattgefunden wie vorgesehen. Derzeit bewerten wir gemeinsam die Lage und planen die weiteren Schritte abhängig von den Möglichkeiten, die die Gesamtsituation zulässt. Aufgrund der in diesem Zusammenhang noch fortbestehenden Unsicherheiten und Risiken haben die Projektbeteiligten aber bereits entschieden, die Erprobungsphase auf Anfang 2021 zu verschieben.“
Kundennaher Einsatz geplant
Das Projekt wurde bereits im Jahr 2018 vorgestellt und entstand im Rahmen der Mobilitätspartnerschaft zwischen Volkswagen und der Stadt Hamburg. Laut der ursprünglichen Planung sollten zunächst zwei Prototypen-Trucks vollautomatisiert die Anfahrt auf der Autobahn A7 von der Anschlussstelle Soltau-Ost leisten und innerhalb des CTA schließlich autonom die Ent- und Beladung abwickeln. Das Projekt war dabei auf drei Phasen ausgelegt: eine Vorbereitungsphase, die bis Ende 2018 abgeschlossen sein sollte und in der die technischen Rahmenbedingungen ermittelt wurden, eine Testphase von Januar 2019 bis Juni 2020, bei der das System technisch auf dem Prüfgelände von MAN entwickelt werden sollte, und ein mehrmonatiger Erprobungsbetrieb zwischen Juli und Dezember 2020 im kundennahen Einsatz. Dieser verschiebt sich nun um mindestens ein halbes Jahr.