Cosco übernimmt Mehrheit an Logistiker Zippel
Cosco Shipping baut seine Präsenz in der europäischen Logistik weiter aus. Nach übereinstimmenden Medienberichten übernimmt die chinesische Staatsreederei 80 Prozent der Anteile am Hamburger Logistikdienstleister Konrad Zippel. Die restlichen 20 Prozent verbleiben bei Geschäftsführer Axel Plaß, der das Unternehmen weiterhin führen soll. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.
Der Einstieg reiht sich ein in eine Serie von Beteiligungen, mit denen große Containerreedereien ihr Geschäftsmodell über den reinen Seetransport hinaus zu integrierten Logistiklösungen ausbauen.
Cosco stärkt Präsenz im Hamburger Hafen
Konrad Zippel ist ein etablierter Anbieter im Umfeld des Hamburger Hafens, aktiv unter anderem in der Container-, Projekt- und Schwergutlogistik. Über die niederländische Tochter Goldlead Supply Chain Development erhält Cosco direkten Zugriff auf operative Logistikkompetenz an einem der wichtigsten europäischen Seehäfen. Goldlead soll den Ausbau von Terminal- und Hinterlandaktivitäten in Europa vorantreiben. Cosco ist zudem bereits am Containerterminal Tollerort beteiligt.
Die Beteiligung ist Teil eines globalen Strukturwandels: Reedereien reagieren auf volatile Frachtraten, geopolitische Risiken und die Nachfrage großer Verlader nach End-to-End-Lösungen. Durch eigene Logistik- und Landverkehrsstrukturen sichern sie sich mehr Kontrolle über Lieferketten, zusätzliche Margen und eine höhere Resilienz. Bei staatlich geprägten Akteuren wie Cosco spielen dabei auch industrie- und handelspolitische Interessen eine Rolle.