DB-Wettbewerber fordern Bahnreform II

12 Okt 2017
Schiene, Gleise
Die neue Bundesregierung muss sich der Verkehrsverlagerung annehmen. Foto: Jüngst

Die neue Bundesregierung muss sich der Verkehrsverlagerung annehmen. So lautet das Fazit des 5. Wettbewerber-Reports Eisenbahn, den das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE), der Verband der Wettbewerbsbahnen im Schienenpersonenverkehr (Mofair) und der Verband der Güterwagenhalter (VPI) herausgegeben haben.

Während der Marktanteil im Personenverkehr laut des Wettbewerber-Reports auf mehr als acht Prozent gestiegen ist, sank die Verkehrsleistung im Schienengüterverkehr 2016 nach Jahren des Wachstums um 0,4 Prozent. Die Wettbewerbsbahnen fordern daher eine Bahnreform II, die durch mehr Wettbewerb die Schiene stärke. Als Sofortmaßnahmen nennen sie hierbei die Halbierung der Trassenpreise und einen am Deutschland-Takt orientierten schnellen Netzausbau.

Zudem wollen die Wettbewerber nach eigenen Angaben den bisherigen Marktführer im Schienengüterverkehr, DB Cargo, von Platz eins verdrängen. 2016 habe der Marktanteil der Wettbewerbsbahnen 40,9 Prozent betragen. In den vergangenen fünf Jahren legten sie demnach rund 15 Prozentpunkte zu. "Mittelfristig rückt im Schienengüterverkehr eine Aufteilung Fünfzig zu Fünfzig zwischen den Wettbewerbsbahnen und der DB AG in greifbare Nähe", sagt der NEE Vorstandsvorsitzende Ludolf Kerkeling.

Der Wettbewerber-Report beleuchtet die Entwicklungen im Schienenverkehr alle zwei Jahre. Erstmals beteiligte sich in diesem Jahr auch der VPI.