DEKRA: Überwacher reagieren auf Elektronikboom im Auto
Von Mitte 2015 an werden die Überwachungsorganisationen in Deutschland bei der Hauptuntersuchung den elektronischen HU-Adapter einsetzen. Mithilfe des Prüftools können die Ingenieure überprüfen, ob die ab Werk eingebauten Sicherheitssysteme wie Airbag, Fahrstabilitätsprogramm ESP oder Spurwechselassistent im Fahrzeug noch unverändert verbaut sind und funktionieren. Die Fahrzeugüberwacher passen mit diesem Schritt ihre Prüftechnik der wachsenden Bedeutung von elektronischen Sicherheits- und Assistenzsystemen in Pkw und Nutzfahrzeugen an, teilt die Expertenorganisation DEKRA mit.
„Zusätzlich zum bisherigen Prüfumfang können wir mit dem HU-Adapter die Kommunikationsschnittstelle im Fahrzeug nutzen, um elektronische Systeme zu prüfen“, erklärt Dr. Gerd Neumann, Mitglied der Geschäftsführung der DEKRA Automobil GmbH. Der Autofahrer profitiert von der Neuerung durch eine erweiterte Prüfaussage bei der HU bezüglich elektronischer Systeme und damit einem Mehr an Sicherheit.
Auch bei der grundlegend veränderten Bremsenprüfung für neuere Pkw kommt der HU-Adapter ab nächsten Sommer zum Zuge. Dies ermöglicht eine verbesserte Bremsenprüfung, da künftig der Bremsdruck auf die erreichte Bremskraft im Rad bezogen wird und damit auch die gemessene Bremskraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse bewertet werden kann. Bisher berechnet man die Bremswirkung aus der gemessenen Bremskraft und Gesamtmasse des Fahrzeuges. Diese Methode wird bei modernen Fahrzeugen dem heutigen Stand der Fahrzeugtechnik nicht mehr gerecht.
DEKRA setzt den HU-Adapter seit einiger Zeit im Testbetrieb an verschiedenen Niederlassungen im Bundesgebiet ein. Von Mitte 2015 an wird er bundesweit eingeführt. Zunächst kommt er bei der Hauptuntersuchung an Pkw und leichten Nutzfahrzeugen, später auch bei schweren Lkw und Bussen zum Einsatz.