Deutsche Post DHL will um jährlich zehn Prozent wachsen

02. Apr. 2014
Beim Post- und Logistik-Dienstleister Deutsche Post DHL stehen die Zeichen auf Wachstum. Das Unternehmen will beim Ebit, dem Gewinn vor Zins und Steuern, um jährlich zehn Prozent wachsen.

Die Wachstumsziele hat der Logistiker dabei in der "Strategie 2020: Focus.Connect.Grow." festgehalten. Dabei handelt es sich um eine Fortschreibung der bisherigen Strategie 2015. "In den vergangenen Jahren ging es vor allem darum, mit unserer Strategie 2015 alle Kräfte im Konzern freizusetzen und so unser gesamtes Potenzial voll auszuschöpfen", sagt der Vorstandsvorsitzende von Deutsche Post DHL Frank Appel. Das sei mit einem überproportionalen Steigerung des operativen Gewinns gelungen.

Für den Zeitraum 2013 bis 2020 strebt der Konzern – ausgehend vom Ebit des Jahres 2013 in Höhe von 2,86 Milliarden Euro und bei unveränderter Gültigkeit des Zwischenziels von 3,35 Milliarden Euro bis 3,55 Milliarden Euro für 2015 – ein Ergebniswachstum von durchschnittlich mehr als acht Prozent pro Jahr an. Dabei soll die Logistktochter DHL mit einem Ebit-Zuwachs von zehn Prozent am meisten beitragen, da das Paketgeschäft boomt. Im Bereich Brief sind die Ziele mit plus drei Prozent deutlich geringer, aber nicht weniger ambitioniert. An Selbstvertrauen mangelt es Appel dabei allerdings nicht: "Wir haben dabei den klaren Anspruch, bis 2020 weltweit die treibende Kraft in der Logistik zu werden und die Maßstäbe in unserer Branche zu definieren."

Das Stichwort "Focus", also Fokussieren, steht dabei für die Konzentration auf die einzelnen Säulen des Konzerns. "Connect" bedeutet, dass die Deutsche Post DHL sich intern weiter vernetzen möchte. Als Beispiel nennt das Unternehmen das im Express-Bereich eingeführte Qualitätsprogramm "Certified International Specialists", das bisher schon rund 100.000 Mitarbeiter durchlaufen hätten. Wobei es aber schlicht um Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter geht. Es stehen aber auch die Kooperation der einzelnen DHL-Divisionen im Fokus, um klimaschonende Lösungen im Rahmen des GoGreen-Programms zu entwickeln.

Unter "Grow" fasst die Deutsche Post DHL schließlich das Ziel, stärker zu wachsen als der Markt. Dies soll insbesondere dadurch ereicht werden, dass das Geschäft in den Wachstumsmärkten, den sogenannten Emerging Markets, vorangetrieben wird. Ihr Anteil am Konzernumsatz soll von derzeit etwa 20 auf rund 30 Prozent steigen. Des Weiteren soll die E-Commerce-bezogene Logistik weiter wachsen. Hier will die Deutsche Post DHL nach eigenen Angaben "die Nummer eins im grenzüberschreitenden Geschäft auf den wichtigsten Handelsrouten weltweit werden und im inländischen Endkundengeschäft ausgewählter Märkte mindestens zu den drei stärksten Kräften in den jeweiligen Ländern zählen."

Das in Deutschland erworbene Know-how im Paketgeschäft soll dabei schrittweise auf andere Staaten in Europa – aber auch in Asien und Amerika – übertragen werden. Bereits zu Beginn des laufenden Jahres habe der Konzern daher die Paket-Aktivitäten in den Benelux-Ländern, Polen, der Tschechischen Republik und Indien von DHL zu Brief verlagert, "um das deutsche Erfolgsmodell auf andere Märkte zu übertragen".