Deutscher Telematik Preis 2024

30. Mai 2023 Newsletter
Der Deutsche Telematik Preis ist fest etabliert und zudem Gradmesser, wohin sich die Systeme entwickeln. In der nunmehr fünften Auflage sind rund 40 Lösungen an den Start gegangen und die fachkundige Jury hat die Nominierten für die zweite und dritte Runde benannt. Nach dem eher formalen schriftlichen Test geht es jetzt in die praktische technische Prüfung. Papier ist schließlich geduldig. Der Anspruch beim Deutschen Telematik Preis 2024 liegt aber einmal mehr deutlich höher.
Telematik testen: Aufgaben aus der Praxis
Um zu sehen, ob die Telematik-Systeme tatsächlich den angegebenen Reifegrad haben, hat das Steinbeis-Transferzentrum Telematik unter Federführung von Prof. Heinz-Leo Dudek einen speziellen Testablauf entwickelt. Dabei müssen die Anbieter – und zwar unter Zeitdruck – eine Reihe an Aufgaben meistern, die in der speditionellen Arbeit an der Tagesordnung sind. Dazu zählt unter anderem das Anlegen eines Geozauns entlang einer bestimmten Route. Es geht dabei aber auch um die Bewertung komplexerer Funktionen und Systemeigenschaften, etwa das Anbinden an ein Transport-Management-System (TMS).
Eine Frage der Benutzerfreundlichkeit
Wie in den Jahren zuvor kommen dabei bewährte Kriterien zum Einsatz: Gezählt werden beispielsweise die Klicks, bis der Nutzer zu einem bestimmten Ergebnis kommt. Aber auch die dafür benötigte Zeit fließt in das Ergebnis ein. Das Prozedere ist damit buchstäblich ein Stresstest für alle teilnehmenden Telematiker. Ein weiteres Kriterium stellt der logische Aufbau des Systems dar – heute in der IT gerne als User Experience (UX) bezeichnet, die von der Fachjury (siehe unten) ebenfalls beurteilt wird.
Unterschiede gemacht: vom Entsorger bis zum Trailer
Ein besonderes Segment ist die Telematik für Entsorgungsfahrzeuge, die unter der Kategorie Servicemanagement laufen. Diese Lösungen müssen genaue Routenabläufe festhalten, eindeutige Aufträge in die Fahrzeuge senden sowie mit Peripheriegeräten wie Waagen eine Verbindung aufbauen. Zudem ist eine zusätzliche Ortung von Containern und Behältern eine gute Ergänzung. In der Kategorie Trailer- und Wechselbrückentechnik steht die Ladung im Fokus. Außerdem müssen sich die gezogenen Einheiten zumeist autark von Zugmaschine oder Motorwagen mit Strom versorgen und auch entsprechend ansteuern lassen.
Service-Fahrzeuge müssen organisiert werden
Im Segment Field Service zeigt sich, dass für viele Unternehmen mit Service-Pkw die Telematik-Lösungen immer wichtiger werden. Kein Wunder: Mit ihnen lässt sich nicht nur der Fuhrpark besser organisieren und managen, es gelingt mit ihnen zudem, das Auftragsmanagement und beispielsweise die Spesenabrechnung in den Griff zu bekommen. Über mobile Endgeräte haben die Mitarbeiter zudem jederzeit Zugriff auf ihre Aufträge. Im System können sie den Status angeben und teilweise den Kunden gleich den Servicebericht unterschreiben lassen. Zudem kommen immer mehr Anwendungen für elektrifizierte Fahrzeuge hinzu. Dabei geht’s dann nicht nur um den Ladestand der Batterie.
Portale gewinnen an Bedeutung für die Supply Chain
Hinter dem Begriff Realtime Transport Visibility Platform (RTVP) verbergen sich die immer wichtigeren Plattformen, die die Informationen rund um den Transportvorgang zusammenführen und nutzwertig aufbereiten. Besonders bei gemischten Flotten, die teilweise auch aus geleasten und ¬gemieteten Fahrzeugen bestehen, ist es für den Disponenten wichtig, den Status aller Fahrzeuge auf einem Bildschirm zu sehen. Genau das gelingt mit diesen Integrationsportalen. Sie bieten immer mehr Funktionen an und erzeugen aus der Verknüpfung und Auswertung von Big Data mittels künstlicher Intelligenz ganz neue Möglichkeiten. Denn die Transportdaten gehen natürlich auch über den reinen Straßen- oder auch Landverkehr hinaus. So gelingt es, die Supply Chain im Blick zu behalten und bei Störungen frühzeitig gegenlenken zu können.
Telematik und damit die Kategorien entwickeln sich weiter
Wobei die Zeit auch in allen anderen Telematik-Kategorien alles andere als stillsteht. Wer das Fahrermanagement und die Informationen aus der Ortung sauber verknüpft, kann immer genauere Angaben zur voraussichtlichen Ankunftszeit (ETA) machen. Und der Blick auf die Fahrzeugtechnik, Stichwort Predictive Maintenance, hilft dabei, die Flotte buchstäblich am Laufen zu halten, statt ungeplante Werkstatt-Aufenthalten in Kauf nehmen zu müssen.
Das beste Telematik-System gibt es nicht
Das relativ starre Konzept aus standardisierten Fragebögen und formalisierten Praxistests durchbricht die Fachjury in der dritten Runde. Dann können die Nominierten zeigen, was abseits der Standards in ihren Lösungen steckt. Das beste System gibt es allerdings nicht. Tatsächlich geht es darum, die Telematik-Lösung zu finden, die auf die eigenen Bedürfnisse in der Flotte abgestimmt ist. Und auch der Kostenfaktor spielt letztlich eine Rolle. Das Ganze verdeutlicht aber eines: Es lohnt sich als Flottenbetreiber, einen Blick auf die Stärken der Telematik-Systeme zu werfen. Denn je nach dem eigenen Einsatzfeld lassen sich, die richtige Wahl vorausgesetzt, dauerhaft wirtschaftliche Potenziale heben. Die dafür nötige Investition rechnet sich umgehend.
Die Fachjury
• Prof. Dr. Heinz-Leo Dudek (DHBW Ravensburg)
• Stephan Feitzelmayer (SF Telematik)
• Martin Trümper (DEKRA)
• Andreas Schmidt (BGL)
• Carsten Nallinger (ETM)
• Johannes-Nikolaus Nießen (P3 Group)
Deutscher Telematik Preis 2024: Das sind die Nominierten
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