DPD-Standort in Quarantäne

22 Mai 2020
DPD Postbote
Nach eigenen Angaben prüft DPD, wie die Mitarbeiter besser geschützt werden können. Foto: DPD

Der Paketzusteller DPD hat wegen eines Corona-Ausbruchs seinen Standort in Hückelhoven im Kreis Heinsberg vorübergehend geschlossen. Rund 400 Mitarbeiter befinden sich in Quarantäne.

Inzwischen haben Tests ergeben, dass 82 Beschäftigte infiziert sind. „Wir haben im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt gehandelt“, sagte ein DPD-Sprecher. Alle Mitarbeiter, ob positiv gestestet oder nicht, befänden sich in häuslicher Quarantäne. Darunter seien auch Beschäftigte von Partnern und Dienstleistern, die bei DPD in Hückelhoven tätig waren. 45 der Infizierten kommen nach seinen Angaben aus dem Kreis Heinsberg, die restlichen aus benachbarten Kreisen bis hin nach Köln. Andere der insgesamt 78 DPD-Standorte in Deutschland seien nicht betroffen.

Coronaschutz weiter verbessern

Der Sprecher hatte keine Kenntnis von schwerwiegenden Erkrankungen durch das Virus bei den Mitarbeitern. Das Gesundheitsamt im Kreis Heinsberg sei weiterhin damit beschäftigt, die Kontakte der positiv Getesteten zurückzuverfolgen. DPD prüfe derzeit, wie der Coronaschutz im Detail noch weiter verbessert werden könne. „Wir haben, beispielsweise mit der kontaktlosen Zustellung, schon viel getan, jetzt müssen wir weiter nachschärfen“, sagte er. So könnten beispielsweise Handscanner öfter desinfiziert werden.

Verzögerungen bei der Zustellung

Der gesamte Standort Hückelhoven werde jetzt gereinigt und desinfiziert, führte er aus. Ein regulärer Betrieb werde jedoch erst mit der bisherigen Mannschaft wieder aufgenommen, so dass es vorübergehend zu Verzögerungen im Zustellgebiet kommen könne, zu dem auch Aachen und Mönchen-Gladbach gehörten. Hier sprängen jetzt andere Standorte ein. „Die Abholung bei den Kunden ist sichergestellt, bei der Zustellung müssen wir noch aufholen“, sagte er.

Viele Arbeitskräfte aus Osteuropa

Genau wie die Konkurrenz arbeitet DPD bei der Zustellung mit Subunternehmen. Dabei handele es sich um regionale Transportunternehmer, die alle ihren Unternehmenssitz in Deutschland hätten, sagte der Sprecher. „Bei uns gibt es keine Verantwortungsketten, sondern Systempartner.“ Viele der Zusteller seien Arbeitskräfte aus Osteuropa, ohne die der Bedarf an Mitarbeitern nicht gedeckt werden könne.