DSLV-Kostenindex: Wachstum stagniert, Kosten steigen

09. März 2026Newsletter
Die Stückgutlogistik verzeichnet kaum Wachstum bei den Sendungsmengen, aber die Kosten steigen weiter. Die sendungsbezogenen Prozesskosten sind im zweiten Halbjahr 2025 um 3,4 Prozent gestiegen. Das geht aus dem Kostenindex Sammelgutspedition des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik hervor. Gleichzeitig gingen die Sendungsmengen in den Stückgutnetzen leicht zurück. Für Speditionen bedeutet diese Entwicklung zusätzlichen wirtschaftlichen Druck: Steigende Kosten treffen auf ein nahezu stagnierendes Transportaufkommen.
Personalkosten bleiben größter Kostentreiber
Der größte Kostenblock bleibt das Personal. Laut DSLV liegt dessen Anteil bei 51 Prozent der Gesamtkosten. Allein im zweiten Halbjahr 2025 stiegen die Personalkosten um 3,7 Prozent. Hintergrund ist unter anderem die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2025, die sich auf die gesamte Lohnstruktur der Branche auswirkt. Die Entwicklung zeigt, wie stark arbeitsintensiv die Stückgutlogistik weiterhin ist.
Investitionen in Digitalisierung und E-Lkw treiben Sachkosten
Neben den Personalkosten steigen auch die Sachkosten deutlich. Sie legten um 4,2 Prozent zu und machen inzwischen 33 Prozent der Gesamtkosten aus. Kostentreiber sind vor allem Investitionen in die Automatisierung von Umschlaganlagen, in die Digitalisierung von Logistikstandorten sowie in batterieelektrische Lkw und Ladeinfrastruktur. Damit reagiert die Branche auf steigende Anforderungen an Effizienz, Nachhaltigkeit und CO₂-Reduktion.
Palettenpreise treiben zusätzliche Kosten
Ein weiterer Kostenfaktor ist das Palettenhandling in den Stückgutnetzen. Hier verzeichnet der DSLV einen Kostenanstieg von 6,4 Prozent. Ursache ist vor allem der starke Preisanstieg bei Paletten: Die durchschnittlichen Preise legten um 21 Prozent zu.
Systemnetze stoßen an Effizienzgrenzen
Nach Einschätzung des DSLV sind die Rationalisierungsmöglichkeiten in den Stückgutnetzen inzwischen weitgehend ausgeschöpft. „Sämtliche Kostensteigerungen müssen deshalb jetzt am Markt platziert werden“, sagt DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster. Gleichzeitig steige der Druck, die Logistiknetze weiter zu modernisieren. Digitalisierung, CO₂-freie Transporte und höhere Resilienz erfordern zusätzliche Investitionen.
Dieselpreise könnten weitere Kostensteigerungen auslösen
Auch externe Faktoren könnten die Kosten weiter nach oben treiben. Der DSLV verweist insbesondere auf den sprunghaften Dieselpreisanstieg infolge geopolitischer Konflikte, etwa durch Spannungen im Nahen Osten. Dies könnte künftig zu weiteren Belastungen für Logistikunternehmen führen.
Sendungsmengen stagnieren trotz wachsender Netzstruktur
Die Sendungsmengen entwickelten sich im zweiten Halbjahr 2025 nur schwach. Sie lagen um 0,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig wuchs das untersuchte Netzwerk: Der Index basiert inzwischen auf 128 Stückgutdepots, vier mehr als im Vorjahr. Dadurch sank die durchschnittliche Sendungszahl pro Depot um 3,3 Prozent.
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