EU passt Maße und Gewichte für E-Lkw an

08. Dez. 2025Newsletter / Transport & Verkehr
Die dänische EU-Ratspräsidentschaft hat einen Vorschlag zur Änderung der Richtlinie 96/53/EG für Maßen und Gewichte im Straßengüterverkehr vorgelegt. Dabei lehnt Dänemark ein generelles Gesamtgewicht von 44 Tonnen für emissionsfreie Lkw (ZEV) ab. Die EU-Verkehrsminister stimmten dem Vorschlag zu.
Dänemark stoppt generelles 44-Tonnen-Limit für E-Lkw
Die EU-Kommission hatte ursprünglich höhere Achslasten bis 12,5 Tonnen und ein Gesamtgewicht plus vier Tonnen für ZEV vorgeschlagen. Dänemark geht diesen Weg nicht vollständig mit, öffnet sich jedoch für den grenzüberschreitenden Einsatz von Lang-Lkw.
ZEV sollen von einem Gewichtszuschlag profitieren, der über das Gewicht der Technologie hinausgeht. Dreiachsige Fahrzeuge mit dreiachsigem Anhänger oder Sattelanhänger erhalten eine Erhöhung um vier Tonnen, während zweiachsige Fahrzeuge im kombinierten Verkehr um zwei Tonnen zunehmen dürfen. Für emissionsfreie Lkw wird zusätzlich eine Länge von 0,9 Meter zugelassen, um mehr Platz für die Technologie zu schaffen. Anpassungen der Höhe sind nicht vorgesehen.
Abweichungen von den festgelegten Gewichten und Abmessungen sind möglich für Fahrzeuge mit Sondergenehmigungen für unteilbare Ladungen, für Fahrzeuge, deren Tätigkeit den internationalen Wettbewerb im Verkehrssektor nicht wesentlich beeinträchtigt, sowie für europäische modulare Systeme.
VDA kritisiert Benachteiligung von 4x2-Elektrofahrzeugen
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) zeigt sich enttäuscht. Laut Geschäftsführer Andreas Rade bleibt die zulässige Gesamtmasse für 4x2-Null-Elektro-Sattelzugmaschinen weiterhin auf zwei Tonnen begrenzt, während die Vier-Tonnen-Zulage nur für Kombinationen mit dreiachsigen Sattelzugmaschinen gilt. Dies benachteiligt das Kernsegment des europäischen Fernverkehrsmarktes und führt zu geringerer Nutzlast sowie höheren Betriebskosten im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen.
Die EU-Staaten haben eine gemeinsame Position zur Reform der Richtlinie für Maße und Gewichte im Straßenverkehr gefunden. Nächster Schritt sind die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament, um eine endgültige Einigung zu erzielen.
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