Experten erwarten stabilen Logistikimmobilienmarkt 2026
02. Dez. 2025NewsletterTrotz hoher Kosten, konjunktureller Schwäche und geopolitischer Unsicherheit rechnen Branchenexperten für 2026 mit einem stabilen Logistikimmobilienmarkt. Auf einer Online-Pressekonferenz von Rücker Consult diskutierten Vertreter von Garbe Industrial Real Estate, HIH Invest, Catella und Metroplan über Leerstände, Renditen und neue Nachfragedynamiken.
Die Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd: Bau-, Finanzierungs- und Grundstückskosten sind seit Jahren deutlich gestiegen und haben sich nur teilweise reduziert. Eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau erwarten die Analysten nicht. Die starke Renditekompression der Boomjahre gilt als beendet, zugleich hat der Zinsanstieg Renditen nach oben getrieben. Für die kommenden Jahre rechnen die Unternehmen mit einer stabilen bis leicht komprimierenden Entwicklung. Mietsteigerungen sollen sich nach Jahren dynamischen Wachstums auf rund zwei Prozent jährlich einpendeln.
Leerstände sind Zeichen regionaler Unterschiede
Bei den Leerständen sehen die Experten regionale Unterschiede statt einer strukturellen Krise. Während Märkte wie Leipzig oder Teile Ostdeutschlands spürbare Anstiege verzeichnen, bleiben die Quoten im Bundesdurchschnitt niedrig. Ursache ist meist spekulativer Neubau aus der Hochphase, der nun auf geringere Nachfrage trifft. In den Portfolios der teilnehmenden Unternehmen liegen die Leerstände weiterhin im niedrigen einstelligen Bereich.
Am Investmentmarkt bleibt die Aktivität verhalten, doch erste Signale eines neuen Zyklus sind sichtbar: Die Phase steigender Renditen scheint weitgehend abgeschlossen, in einzelnen Segmenten ziehen Kapitalwerte wieder an. Gleichzeitig wächst das Investoreninteresse, insbesondere bei internationalen Fonds.
E-Commerce und Defence-Projkete steigern Nachfrage
Neue Nachfrage entsteht durch den wieder anziehenden E-Commerce, asiatische Industrieunternehmen, die europäische Logistikstrukturen aufbauen, sowie Defence-Projekte. Letztere gelten als potenziell großer Treiber, entwickeln jedoch erst schrittweise zusätzliche Flächenbedarfe.
Im Standortwettbewerb gerät Deutschland durch hohe Kosten, lange Genehmigungsprozesse und unsichere energiepolitische Rahmenbedingungen unter Druck. Osteuropäische Länder sowie südeuropäische Märkte gewinnen an Bedeutung. Zudem rückt die Stromversorgung als Engpass für E-Lkw-Flotten, Kühlung und IT-Infrastruktur zunehmend in den Fokus.
Für 2026 erwarten die Experten einen Seitwärtsmarkt mit moderatem Mietwachstum, stabilen Leerständen und vorsichtig steigenden Transaktionen. Zugleich warnen sie vor einem möglichen neuen „Schweinezyklus“, sollte die Fertigstellungspipeline sinken und die Nachfrage wieder deutlich anziehen.