Krone: Klimaschutz zwingt zum Handeln
Krone-Geschäftsführer Dr. Frank Albers spricht im Interview mit der Redaktion von eurotransport.de über Marktentwicklungen sowie Klimaschutz und den Beitrag des Trailers.
eurotransport.de: Herr Dr. Albers, minus 40 Prozent im Bereich Planensattel – 2019 war für die Trailerhersteller kein leichtes Jahr. Was erwarten Sie für 2020?
Dr. Albers: Wir gehen davon aus, dass sich der Markt sukzes¬sive erholt und wir bei der Produktion wieder auf ein stabiles Niveau kommen. Wobei man immer auch fragen muss, was ein normales Niveau ist. Zeitweise haben wir auf 140 Prozent gearbeitet; fallen wir dann auf 100 Prozent oder tiefer ab, ist das noch längst keine Krise. Wir erwarten, dass sich die Nachfrage spätestens ab Quartal zwei oder drei nach oben entwickelt.
Und wenn die Talsohle doch noch nicht erreicht ist: Wie groß ist die Gefahr, dass eine Rezession wie 2008/2009 ins Haus steht?
Wir sehen keine Parallele zu 2008. Damals hatten wir es mit einer Finanzkrise zu tun, das stellt sich heute ganz anders dar. Die Steuereinnahmen und Investitionsmittel bewegen sich auf ¬Rekordniveau. Eben erst haben Bund und Bahn Investitionen von 86 Milliarden Euro in die Schieneninfrastruktur angekündigt. Am Geld liegt es also nicht, wenn es gerade nicht so rundläuft. Es hat mit der Unsicherheit und den politischen Akteuren zu tun, die sich auf globaler Ebene über Zölle und Handelssanktionen streiten.
Die Rückgänge in der Trailerbranche betreffen ja nicht alle Segmente. Welche laufen stabil?
Massiv betroffen ist das Segment der Planensattelauflieger. Das hat damit zu tun, dass Gebrauchtfahrzeuge aufgrund der Handelssanktionen gegen Russland nicht laufen. Die Segmente Trocken- und Kühlkoffer sowie Wechselsysteme laufen sehr stabil. Positiv entwickelt sich auch der Bereich Aftersales, wo wir seit der Eröffnung unseres Ersatzteilcenters in Herzlake um zehn Prozent jährlich wachsen.
Krone möchte aus der Not eine Tugend machen. Sie wollen gebrauchte Auflieger, wenn sie sich schon nicht mehr vermarkten lassen, aufbereiten und so ihre Lebensdauer verlängern. Wie muss man sich das vorstellen?
Das heißt ganz konkret, dass wir die Nutzungszeit der Trailer im Sinne der Kunden um etwa die Hälfte verlängern können. Nach 68 bis 72 Monaten gehen die Auflieger dann nicht in den Zweitmarkt, sondern werden einem Refurbish-Prozess unterzogen. Sie bekommen neue Reifen, eine neue Bremsanlage und neue Aufbauteile. Ohne großen Aufwand können unsere Kunden die Fahrzeuge dann weitere 36 Monate nutzen.
Neu im Krone-Portfolio sind nach der Übernahme der Knapen Group Schubbodenauflieger. Welche Perspektiven sehen Sie für dieses Segment?
Knapen als Spezialist für Schubbodentrailer ist bei der Qualität führend – also ein absoluter Premiumhersteller. Das Unternehmen stand zum Verkauf, die Geschäftsführung wollte es in neue Hände geben, und für uns passte es. Knapen ist die Nummer eins im Bereich Schubböden und stellt jährlich 2.500 Fahrzeuge her.
Ist die Integration des Unternehmens in die Krone-Gruppe bereits abgeschlossen?
Knapen wird in dem Sinne nicht integriert, sondern eigenständig unter dem Dach der Krone Nutzfahrzeug-Gruppe agieren. Die Vermarktung bleibt getrennt. Der Krone-Vertrieb vermarktet keine Knapen-Trailer und umgekehrt.
Wie ein Trailerhersteller zum Klimaschutz beitragen kann und welche Rolle der Lang-Lkw spielt, lesen Sie im kompletten Interview auf .