Haribo setzt E-Lkw im Regelbetrieb ein

31. März 2026Newsletter
Der Süßwarenhersteller Haribo lässt erstmals einen batterieelektrischen Lkw im Regelbetrieb fahren. Gemeinsam mit der Recht Logistik Gruppe ist der E-Lkw künftig im täglichen Einsatz zwischen den Standorten Grafschaft, Neuss und Eindhoven unterwegs.
Der Schritt ist kein Zufall. Denn gerade planbare Relationen gelten als idealer Einstieg in die Elektrifizierung. Feste Umläufe, kalkulierbare Distanzen und vorhandene Ladeinfrastruktur machen genau solche Verbindungen zum perfekten Testfeld. Oder besser gesagt: zum ersten echten Einsatzgebiet. Der eingesetzte E-Lkw schafft dabei laut Praxiswerten rund 550 bis 600 Kilometer pro Ladung. Geladen wird über Nacht an HPC-Ladesäulen mit bis zu 400 kW. Damit lässt sich der Betrieb zuverlässig in bestehende Logistikprozesse integrieren.
Das Einsparpotenzial ist konkret – und messbar
Besonders spannend für die Branche: Die CO₂-Effekte sind nicht theoretisch, sondern konkret berechnet.
• Rund 37 kg CO₂ Einsparung pro 100 Kilometer gegenüber Diesel
• Auf der Strecke Neuss–Eindhoven ergibt das
• Etwa 171 kg CO₂ pro Tag
Und genau hier wird es relevant: Was bisher oft als Vision diskutiert wurde, lässt sich plötzlich in belastbare Zahlen übersetzen.
E-Lkw im Alltag: Funktioniert das wirklich?
Die entscheidende Frage für viele Speditionen lautet: Funktioniert Elektromobilität im echten Betrieb oder nur im Labor? Haribo und RECHT Logistik liefern darauf eine klare Antwort: Es funktioniert, aber nur unter den richtigen Bedingungen. „Elektrifizierte Transporte sind dort sinnvoll, wo Touren planbar sind und Ladeinfrastruktur zuverlässig verfügbar ist“, sagt Christian Karl Flick, CEO von Recht Logistik. Heißt im Klartext: Der E-Lkw ist kein Allround-Ersatz, aber ein hocheffizientes Werkzeug für definierte Einsätze.
Teil einer größeren Strategie
Für Recht Logistik ist der Schritt nur ein weiterer Baustein. Bereits heute fahren rund 80 von 200 Lkw mit alternativen Antrieben – von LNG bis Wasserstoff. Der neue E-Lkw fügt sich in diese Strategie ein: nicht als Einzellösung, sondern als Teil eines technologieoffenen Ansatzes. Auch Haribo sieht hier mehr als ein Einzelprojekt. „Die Weiterentwicklung unserer Transportlösungen ist ein wichtiger Baustein unserer Nachhaltigkeitsstrategie“, erklärt Logistikchef Stefan Sorce.
Warum das für die Branche wichtig ist
Der eigentliche Wert dieses Projekts liegt nicht im einzelnen Fahrzeug, sondern im Signal:
• Elektromobilität ist im Transport angekommen
• Nicht flächendeckend, aber gezielt einsetzbar
• Wirtschaftlich relevant, wenn die Rahmenbedingungen passen
Gerade für Lebensmittel- und Konsumgüterlogistik könnte das zum Standard werden. Überall dort, wo Strecken wiederkehrend und berechenbar sind.
Zum Bild: (von links) Navid Thielemann, CEO der Thielemann Group, Stefan Sorce, Geschäftsführer von Haribo Logistik, sowie Christian Flick, CEO von Recht Logistik und COO der Thielemann Group, beim Start des neuen E-Lkw-Einsatzes für Haribo am Standort Grafschaft.
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