Hohe Insolvenzzahlen belasten Transport- und Logistikbranche
15. Jan. 2026NewsletterDie wirtschaftliche Lage bleibt für viele Unternehmen im Transport- und Logistiksektor angespannt. Nach Erhebungen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wurden im Dezember 2025 im Bereich Verkehr und Lagerei 251 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften gezählt. Infolge der Firmenpleiten verloren rund 1.300 Beschäftigte ihre Arbeitsplätze. Der Negativtrend setzt sich damit zum Jahresende weiter fort.
Tausende Jobs im Jahresverlauf verloren
Über das gesamte Jahr 2025 hinweg registrierte das IWH in diesem Wirtschaftsbereich insgesamt 2.907 Insolvenzverfahren. Damit waren rund 12.600 Arbeitsplätze betroffen. Laut Prof. Dr. Steffen Müller, Leiter der Insolvenzforschung am IWH, handelt es sich bei den insolventen Betrieben überwiegend um sehr kleine Unternehmen. Entsprechend bleibt die durchschnittliche Zahl der betroffenen Beschäftigten je Verfahren vergleichsweise niedrig.
Höchster Insolvenzstand seit 2005
Auch bundesweit erreichten die Insolvenzzahlen 2025 einen neuen Höchststand. Insgesamt meldete das IWH 17.604 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften – so viele wie zuletzt im Jahr 2005. Deutschlandweit gingen dadurch rund 170.000 Arbeitsplätze verloren. Besonders stark betroffen sind kleinere Marktteilnehmer, unter anderem im Verkehrs- und Logistiksektor.
Frühindikatoren signalisieren keine Entspannung
Das IWH beobachtet das Insolvenzgeschehen zusätzlich über eigene Frühindikatoren, die eine Entwicklung zwei bis drei Monate im Voraus abbilden. Diese Indikatoren sind zuletzt weiter gestiegen. Für das erste Quartal 2026 rechnet das Institut daher auch im Bereich Verkehr und Lagerei mit anhaltend hohen Insolvenzzahlen.