Labor für Mensch und Maschine in der Logistik

11 Jul 2018
IML und Uni Dortmund arbeiten zusammen.
IML und Uni Dortmund erforschen, wie Mensch und Maschine am besten zusammenarbeiten. Foto: IML

Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine in der Logistik soll in einem neuen Innovationslabor erforscht werden. „Hybride Dienstleistungen in der Logistik“ stehen im Mittelpunkt eines gemeinsamen Projekts des Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und der Technischen Universität Dortmund, für das Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) jetzt den offiziellen Startschuss gab. „Eine moderne Logistik ist für Deutschland als Exportnation und rohstoffarmes Land entscheidend“, sagte Karliczek. Ihr Ministerium unterstützt die Entwicklungen neuer Technologien für die Industrie 4.0 in den beiden Hallen mit insgesamt zehn Millionen Euro.

In einem Forschungs- und einem Anwendungszentrum soll geklärt werden, wie sich menschliche Intelligenz, Kreativität oder Motorik am besten mit den Fähigkeiten technischer Assistenzsysteme vereinen lassen. Unternehmen können dabei die Versuchsanordnungen für eigene Entwicklungen nutzen. Es geht aber nicht nur um digitalisierte Produktionstechnologien und Logistiklösungen sondern auch um die gesellschaftliche Verantwortung bei der Umgestaltung menschlicher Arbeit. Die Wissenschaftler haben sich vorgenommen, insbesondere die Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen im Blick behalten.

Das Forschungszentrum zeichnet sich aus durch das europaweit größte Motion-Capturing-System und ein Laserprojektionssystem, mit denen sich Prozesse in Echtzeit erfassen, analysieren und simulieren lassen. Hinzu kommen unter anderem autonome Transportroboter und autonome Transportdrohnen, die sich im Schwarm selbst organisieren. Künftig sollen sie noch von einem intelligenten Fußboden ergänzt werden, für den ein drahtloses Sensornetzwerk in den Boden eingelassen wurde.

Im Anwendungszentrum können sich Unternehmen ein Bild vom Einsatz der Technologien machen: In der Modellumgebung ist der in einem produzierenden Unternehmen typische Materialfluss abgebildet. Die Wissenschaftler haben Anwendungsfälle in fünf Bereichen entwickelt: Handel, Produktionslogistik, Transport, Instandhaltung und Virtual Training. Das Schaufenster „Handel“ demonstriert beispielsweise die komplette Wertschöpfungskette – vom Kommissionieren bis zum Warenausgang. Durch gezielte Transferprojekte soll der Weg in den Markt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen kürzer werden.

Foto: Lukas Nikelowski (Fraunhofer IML) hilft Ministerin Karliczek bei der Bedienung eines Roboterarms. Im Hintergrund stehende Personen (v.l.n.r.): Prof. Dr. Georg Rosenfeld, Ullrich Sierau, Georgios Katsimitsoulias, Prof. Dr. Michael ten Hompel