Kaufland baut E-Lkw-Logistik aus
21. Jan. 2026NewsletterKaufland treibt die Elektrifizierung seiner Filiallogistik weiter voran und geht dafür eine Partnerschaft mit dem Ladesäulenbetreiber Milence ein. Bereits im zweiten Quartal dieses Jahres will Milence nahe dem Kaufland-Verteilzentrum im niedersächsischen Barsinghausen einen neuen Ladehub für schwere Nutzfahrzeuge in Betrieb nehmen.
E-Lkw im Einsatz für die Filialbelieferung
Seit 2024 werden von Barsinghausen aus Kaufland-Filialen im Raum Hannover mit drei batterieelektrischen Lkw versorgt. Bisher erfolgte das Laden über zwei mobile Ladeeinheiten. Künftig können die Fahrzeuge direkt am Milence-Ladehub in unmittelbarer Nähe des Verteilzentrums geladen werden. Zum Start stehen dort vier Schnellladesäulen mit jeweils 400 kW Leistung zur Verfügung.
Öffentliche Ladeinfrastruktur ermöglicht Flottenerweiterung
Durch den Zugang zur öffentlichen Ladeinfrastruktur plant Kaufland, in Barsinghausen sechs weitere E-Lkw einzusetzen. „Die vier Ladestationen ermöglichen den verstärkten Einsatz von E-Lkw mit größerer Reichweite, sodass auch weiter entfernte Filialen in Norddeutschland von Barsinghausen aus beliefert werden können“, erklärt das Unternehmen. Kaufland betreibt mehr als 1.600 Filialen in acht Ländern.
CO₂e-Bilanz: Einsparung von 700 Tonnen pro Jahr
Seit Beginn der Filialbelieferung mit Elektro-Lkw Ende 2023 hat Kaufland Logistics demnach bereits mehr als 1,5 Millionen Kilometer elektrisch zurückgelegt. Mit den künftig neun E-Lkw sollen, unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Nutzlast, rund 700 Tonnen CO₂e pro Jahr eingespart werden.
Damit leisten die Fahrzeuge, die zu 100 Prozent zertifizierten Ökostrom laden, einen wichtigen Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen von Kaufland. Das Unternehmen will die Logistik nachhaltig und zukunftsorientiert aufstellen und setzt auf starke Allianzen.
Priorisiertes Laden senkt TCO
Nach Angaben von Milence, dem Joint Venture der Nutzfahrzeughersteller Traton, Daimler Truck und Volvo Group, liegt der Standort Barsinghausen an einem strategisch wichtigen Korridor zwischen Westeuropa, dem Ruhrgebiet sowie den Achsen Richtung Berlin und Polen. Der Ladehub soll mit zunehmender Zahl von E-Lkw schrittweise um Megawatt-Ladepunkte erweitert werden.
Priorisiertes Laden als Wettbewerbsvorteil
Ein zentrales Element der Partnerschaft ist die Priorisierung beim Laden: Als Premium-Kunde kann Kaufland seine E-Lkw bevorzugt an den Milence-Ladestationen laden. Das stärkt laut Milence sowohl die Wirtschaftlichkeit der Fahrzeuge (Total Cost of Ownership) als auch den Markthochlauf der Elektromobilität im schweren Nutzfahrzeugverkehr.
Blaupause für weitere Kooperationen
Die gesicherte Nachfrage aus der regionalen Lebensmittellogistik zeige, wie Milence-Ladezentren sowohl den Fernverkehr als auch den regionalen Gütertransport unterstützen können. Entsprechend will Milence dieses Modell künftig mit weiteren Partnern in ganz Europa umsetzen.