KEP-Branche: Krankenstand auf hohem Niveau

25. Nov. 2025Newsletter
Die Menge an Paketsendungen nimmt kontinuierlich zu. Das wirkt sich auf die Gesundheit der Beschäftigten in der Branche aus. Die AOK Rheinland/Hamburg meldet für Post-, Kurier- und Expressdienste (KEP) einen Krankenstand von 7,69 Prozent für 2024 und damit den höchsten Wert der vergangenen Jahre. Besonders auffällig: Muskel- und Skelett-Erkrankungen liegen in der vergleichsweise jungen Berufsgruppe deutlich über dem Branchendurchschnitt. Im laufenden Jahr dürfte das kaum besser werden. Denn Exoskelette kommen aktuell nur in überschaubarem Maße zum Einsatz.
Rabatte, Peak Season und E-Commerce-Boom
Black-Friday-Aktionen, Vorweihnachtsgeschäft und aggressive Rabattschlachten im Online-Handel heizen die Paketflut weiter an. Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartet für 2025 einen Online-Umsatz von 92,4 Milliarden Euro – ein neuer Rekord. Diese Dynamik schlägt unmittelbar auf die Arbeitsrealität der Zustellerinnen und Zusteller durch: mehr Stopps, mehr Pakete, mehr Gewicht. Laut AOK fallen Beschäftigte in KEP-Diensten deutlich häufiger krankheitsbedingt aus als der Durchschnitt aller Berufsgruppen.
Muskel- und Skelett-Erkrankungen besonders häufig
Obwohl die Branche mit einem Durchschnittsalter von nur 38,2 Jahren zu den jüngeren gehört, werden Zusteller laut AOK fast doppelt so häufig wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen krankgeschrieben wie Beschäftigte anderer Berufe. Für Michael Wenninghoff, Geschäftsführer des Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF-Institut), sind die Gründe klar: „Zustellerinnen und Zusteller sind großen körperlichen Belastungen ausgesetzt – etwa durch das Heben und Tragen schwerer Pakete, häufige Zwangshaltungen oder ständiges Treppensteigen. Dazu kommen Zeitdruck, dichter Verkehr und immer größere Zustellbezirke.“ Diese Kombination aus physischer und psychischer Belastung erhöhe das Risiko langfristiger Erkrankungen erheblich.
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