50 Elektro-Busse für Kölner Verkehrsbetriebe

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) wollen rund 50 weitere E-Busse anschaffen.

6 Dez 2017
E-Power, Elektromobilität
Bis 2021 werden 58 von derzeit insgesamt 222 KVB-Bussen elektrisch angetrieben. Foto: Fotolia

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) wollen rund 50 weitere E-Busse anschaffen. Das Land Nordrhein-Westfalen stellt dem Unternehmen hierfür 13,28 Millionen Euro zur Verfügung, teilte das Verkehrsministerium mit. Bis 2021 werden 58 von derzeit insgesamt 222 KVB-Bussen – und somit über ein Viertel der Flotte – elektrisch angetrieben. Die KVB werde dann aller Voraussicht nach die größte E-Bus-Flotte Deutschlands betreiben und will damit einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Luftreinhaltung leisten.

Zusammen mit der seit Dezember 2016 e-mobil betriebenen Linie 133 stehen künftig sechs weitere Buslinien unter Strom. Die KVB hat einen Industriedialog gestartet, um mögliche Anbieter der Fahrzeughersteller und deren technische Möglichkeiten zu erfassen. Gefördert werden 60 Prozent der Mehrkosten eines E-Busses im Vergleich zur Beschaffung gleichgroßer Dieselbusse. Für das Land Nordrhein-Westfalen begleitet die Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR) das Projekt mit dem Titel „Smart City KVB“.

Dieselflotte wird sauberer

Mit den neuen E-Bussen verbessert sich auch die Zusammensetzung der verbleibenden Dieselbus-Flotte. Während heute noch 46 Dieselbusse den Normen EURO III und Euro IV entsprechen, erfüllen bis 2021 Busse der KVB die strengen Grenzwerte der Klasse EURO VI. Nach Abzug der Landesförderung verbleiben der KVB - verglichen mit konventionellen Bussen - Mehrkosten für Busse und Infrastruktur in Höhe von 8,85 Millionen Euro, sagte Vorstandsvorsitzender Jürgen Fenske. „Noch entscheidender für Klimaschutz und Luftreinhaltung ist, durch mehr Busse und Bahnen die Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen“, betonte er.

Wo mit Batteriebussen gefahren werden kann, wird derzeit geprüft. Hierbei spielt die Linienlänge genauso eine Rolle wie die Möglichkeit, an den Endhaltestellen die benötigte Ladeinfrastruktur aufzubauen. Je länger eine Linie ist, desto länger die Nachladezeit, die aber nicht länger als die Fahrerpause sein sollte. Geklärt werden muss auch, ob es einen zusätzlichen Betriebshof geben muss.

Reichweite größer als angenommen - Staus bereiten Probleme

Auf der Innenstadtlinie sind die häufigen Staus eine Herausforderung für die E-Busse, haben die Kölner festgestellt. Häufig verkürzten sie die Aufenthaltszeit der Busse an den Endhaltestellen, so dass zur Stabilisierung des Betriebs auf der Linie 133 ein weiterer E-Bus beschafft werde. Insgesamt sei die Reichweite der Busse mit etwa 60 Kilometern aber größer als angenommen, berichtet das Unternehmen. Sie könnten 35 Kilometer fahren, ohne dass das Ladevolumen der Batterie unter die kritische Größe von 30 Prozent rutsche. Der Stromverbrauch sei mit 1,33 Kilowatt-Stunden (kWh) je Kilometer im Sommer und bis zu 2,5 kWh/km im Winter niedriger als zuvor kalkuliert.

Einzige Probleme bislang: Ein nicht frosttaugliches Schmierfett an den Stromabnehmern musste ausgetauscht und die Ladeinfrastruktur für die Reduzierung der Betriebsgeräusche nachgebessert werden. Fahrgäste und Busfahrer seien erfreut, dass die Busse wesentlich leiser seien und über eine Klimaanlage verfügten.