Logistikbranche: Wer ausbildet, gewinnt

4 Aug 2017
Ausbildung, Weiterbildung
Nicht immer finden das ausbildende Unternehmen und der Bewerber zusammen. Foto: fotolia/goodluz

Wer eine Ausbildung in der Transport- und Logistikbranche beginnt, erlebt schnell, was er durch seine Arbeit sprichwörtlich so alles bewegt - „Logistik macht’s möglich“ ist daher auch der Slogan des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV) für die Nachwuchsgewinnung.

Aber nicht immer finden das ausbildende Unternehmen und der Bewerber zusammen – die Agentur für Arbeit meldet in ihrem Arbeitsmarktbericht für den Juli 2017 allgemein mehr Ausbildungsstellen als Bewerber, vor allem in Süddeutschland, dem Saarland und Hamburg sowie Thüringen und

Mecklenburg-Vorpommern. Dagegen fehlen Ausbildungsstellen vor allem in den Ländern Berlin und Nordrhein-Westfalen sowie in Hessen.

Fachkraft für Lagerlogistik ist schwer zu besetzen

Dem Bericht zufolge fällt neben Hotel- und Gaststättenberufen und vielen Handwerksberufen auch bei den Berufskraftfahrern die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen deutlich höher aus als die Zahl der gemeldeten Bewerber. Auch fällt es schwer, das Berufsfeld Fachkraft für Lagerlogistik zu besetzen – rund 4.300 unbesetzte betriebliche Ausbildungsstellen waren im Juli noch gemeldet.

Aber es gibt auch positive Meldungen. Die Jon Spedition aus dem hessischen Eichenzell etwa hat einen Interessenten aus dem Bereich Lagerlogistik: Temesgen Weldegergis (19), der aus Eritrea geflüchtet ist, hat seinen Hauptschulabschluss in Fulda gemacht und steht bei John vor einer einjährigen Einstiegsqualifizierung im Bereich Lagerlogistik. Ziel ist eine anschließende Übernahme als Auszubildender zum Fachlageristen.

Insgesamt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben so viele neue Auszubildende wie noch nie in der Firmengeschichte: „Gleich acht junge Schulabgänger stoßen in den verschiedensten Bereichen zur John Spedition.“ Darunter sind kaufmännische Auszubildende für Spedition und Logistikdienstleistung, eine Kauffrau für Büromanagement sowie eine junge Frau, die ein duales Studium zum Bachelor of Arts - Spedition, Transport und Logistik in Zusammenarbeit mit der DHBW Mannheim beginnt.