Logistik Schmitt elektrifiziert die Hälfte der Flotte
15. Jan. 2026NewsletterLogistik Schmitt treibt die Elektrifizierung seines Fuhrparks konsequent voran. Seit Anfang 2026 fährt rund die Hälfte der firmeneigenen Lkw elektrisch. Mehr als 50 batterieelektrische Fahrzeuge sind im täglichen Einsatz – ein außergewöhnlicher Wert für einen mittelständischen Logistikdienstleister in Deutschland. Grundlage des Erfolgs sind hohe Fahrzeugauslastung, günstiger Strom und ein eigenes Energie-Ökosystem.
Langfristige Transformationsstrategie
Der Einstieg in die Elektromobilität begann bereits 2019 mit einem Praxistest des Mercedes-Benz eActros 300. Seitdem investiert das Unternehmen kontinuierlich in Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur, Photovoltaik und Batteriespeicher. Insgesamt fließt ein zweistelliger Millionenbetrag in den Aufbau eines integrierten Elektro-Systems.
Breiter Mix an Elektro-Lkw
Heute betreibt Logistik Schmitt über 50 Elektro-Lkw unterschiedlicher Hersteller. Dazu zählen unter anderem Mercedes-Benz eActros 600 für den Fernverkehr, MAN eTGX in Lowliner-Ausführung sowie eActros-300-Zugmaschinen für regionale Einsätze. Ergänzt wird die Flotte durch Volvo FM Electric und elektrische Spezialfahrzeuge von Terberg für Rangier- und Werksverkehre. Der gesamte Eigenfuhrpark umfasst rund 100 Fahrzeuge, der Dieselanteil soll weiter sinken.
Wirtschaftlichkeit durch hohe Auslastung
Für Geschäftsführer Rainer Schmitt ist Elektromobilität kein Pilotprojekt mehr. Entscheidend seien Produktivität und Stromkosten. Hohe Auslastung erzielt das Unternehmen vor allem in der Automotive-Logistik mit mehrschichtigen Shuttle-Verkehren. Zusätzlich setzt Logistik Schmitt Elektro-Lkw auch auf grenzüberschreitenden Fernverkehren ein, etwa auf der Relation von Bühl nach Westungarn. Die Mautbefreiung für Elektro-Lkw bis 2031 verbessert dabei die Wirtschaftlichkeit.
Depotladen und eigener Strom als Schlüssel
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist das Depotladen. Fünf Standorte sind bereits elektrifiziert, insgesamt stehen 13 Ladepunkte mit bis zu 400 Kilowatt Leistung zur Verfügung. Ein intelligentes Lastmanagement optimiert die Stromverteilung. Öffentliche Ladeinfrastruktur wird nur ergänzend genutzt, etwa auf internationalen Strecken.
Neue Halle als Energie- und Logistikzentrum
Am Stammsitz in Bietigheim entsteht derzeit eine neue Logistikhalle mit 7.500 Quadratmetern Fläche, die Mitte 2026 in Betrieb gehen soll. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage geplant, ergänzt um einen stationären Batteriespeicher mit mindestens einem Megawatt Leistung. Die Halle dient zugleich als Kontraktlogistikstandort für Gefahrstoffe und ermöglicht die Lagerung sowie Kommissionierung von Hochvoltbatterien und Komponenten für elektrische Antriebe.