Mahle öffnet sich für neue Märkte
22. Okt. 2025NewsletterDer Automobilzulieferer Mahle will sich künftig breiter aufstellen und neue Geschäftsbereiche erschließen. Nach eigenen Angaben steigt das Unternehmen mit einem ersten Serienauftrag für ein Kühlmodul in den Markt der stationären Batteriespeicher ein. Produktionsstart für das neu entwickelte Modul ist bereits 2026, die Lösungen werden je nach Kundenwunsch entwickelt.
Der Energiebedarf in den verschiedensten Branchen nimmt immer weiter zu. Hierbei spielen erneuerbare Energien wie Wind- und Solarstrom eine wichtige Rolle. Da der Strom allerdings unterschiedlich stark fließt, ist es hilfreich, die erzeugte Energie in Batterien zwischenzuspeichern. Ein entsprechendes Kühlmodul stellt der Automobilzulieferer Mahle für einen internationalen Automobil- und Antriebshersteller, der eigene Batteriespeichersysteme verbaut und bei diesem Auftrag auf die Expertise von Mahle vertraut. Mahle nutzt dabei die Erfahrungen bei der Entwicklung und Produktion von Kühlmodulen für elektrifizierte Busse.
„Unser im Transportsektor erworbenes Wissen zu Kühlmodulen können wir problemlos auf stationäre Batteriekühlungen in Containern übertragen“, erklärt Christian Küchlin, Vice President Mahle Industrial Thermal Systems. Da der Platz im Container hauptsächlich für Batterie-Stacks genutzt werden soll, entwickelt Mahle laut Küchlin entsprechend je nach Kundenwunsch kompakte und effiziente Kühlungslösungen.
Früher Klimaanlage, heute Kühlmodule
Stationäre Batteriespeicher wurden in der Vergangenheit durch eine einfache Klimaanlage – also mit Luft – gekühlt. Da durch den Einsatz leistungsstarker Lithium-Ionen-Batterien die Energiedichte in stationären Batteriespeichern steigt und mehr Abwärme entsteht, wird eine deutlich höhere Kühlleistung benötigt. Im aktuellen Fall werden bis zu 42 Kilowatt benötigt, was das Mahle-Modul mit einer Flüssigkühlung entsprechend liefern kann. „Mit unserem Kühlmodul ermöglichen wir einen Batteriebetrieb in der optimalen Temperaturzone von 20 bis 30 °C, sodass eine hohe Lebensdauer und lange Haltbarkeit des Energiespeichers sowie ein stabiles Belastungsmanagement gesichert sind“, erklärt Küchlin.
Mahle erschließt verstärkt neue Geschäftsfelder jenseits des Automobils. Im Bereich des industriellen Thermomanagements entwickelt Mahle schon heute Module für flüssiggekühlte Kabel in Schnellladesäulen für E-Fahrzeuge. Von den Thermomanagement-Technologien des Technologieexperten können auch Hochleistungsrechen- und Datenzentren sowie Hersteller von Wärmepumpen und PV-Anlagen profitieren.