Naher Osten: CMA CGM setzt auf alternative Routen
18. März 2026Newsletter / Transport & VerkehrDie weltweit drittgrößte Containerreeder CMA CGM begegnet der Krise im Nahen Osten mit einem groß angelegten Notfallkonzept. Das Unternehmen umgeht jetzt nach eigenen Angaben die Straße von Hormus und baut alternative Transportrouten in den Golfstaaten auf.
Hintergrund sind Einschränkungen im Schiffsverkehr durch die geopolitische Situation. Für viele Unternehmen bedeutet das: Umwege, höhere Kosten und neue Logistikstrukturen.
Neue Routen umgehen die Straße von Hormus
Im Zentrum der Strategie stehen alternative Transportkorridore, ohne Passage durch die kritische Meerenge. Die Reederei CMA CGM setzt dabei nach Unternehmensangaben auf multimodale Lösungen, die den See-, Schienen- und Straßentransport kombinieren, um Logistikströme in der Region trotz der Einschränkungen aufrechtzuerhalten.
Drei neue Logistik-Korridore für den Golf
Das Unternehmen nutzt dabei mehrere zentrale Einfallstore:
1. UAE-Korridor (zentrale Drehscheibe)
Über die Häfen Khor Fakkan, Fujairah und Sohar werden Waren in die Region gebracht und anschließend per Lkw verteilt, etwa in die Vereinigten Arabischen Emirate (Dubai, Abu Dhabi, Sharjah), nach Katar, Bahrain, Kuwait sowie in den Irak.
2. Saudi-Korridor über Jeddah
Eine zweite Route führt über den Rotmeerhafen Jeddah.
Von dort aus organisiert CMA CGM Landtransporte nach Dammam, UAE, Katar, Kuwait, Irak und alternative Verbindungen nach Europa und Asien. Diese Route gilt als besonders wichtig für die Umgehung des Persischen Golfs.
3. Oman-Korridor
Zusätzlich nutzt der Konzern Häfen im Oman als weitere Alternative.
Von dort werden regionale Transporte in die Golfstaaten und kombinierte Land- und Feederlösungen organisiert.
Lieferketten bleiben unter Druck
Trotz der neuen Lösungen bleibt die Situation angespannt. CMA CGM selbst weist darauf hin, dass die Kapazitäten der neuen Korridore begrenzt sind. Zudem könnten sich Lösungen kurzfristig ändern und nicht alle Waren lassen sich problemlos umleiten. Für Unternehmen bedeutet das weiterhin: höhere Kosten und längere Laufzeiten.
Sicherheit hat oberste Priorität
Grund für die Maßnahmen ist die unsichere Lage im Bereich der Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit.
CMA CGM betont, dass die Sicherheit der Crews, und von Schiffen und Transportketten aktuell oberste Priorität hat.
Logistik wird geopolitischer Risikofaktor
Die Entwicklung zeigt, wie stark geopolitische Konflikte die Logistik beeinflussen. Reedereien müssen zunehmend alternative Netzwerke aufbauen, multimodale Lösungen entwickeln und flexibel auf Krisen reagieren