Neue Intermodalverbindung stärkt Nord-Süd-Achse
04. März 2026Newsletter / Transport & VerkehrDer Schienenlogistiker Captrain Deutschland und das Speditionsunternehmen L.I.T. Gruppe bauen ihre Zusammenarbeit im Joint Venture SmartRail Logistics weiter aus. Ab sofort verkehrt ein zusätzlicher Intermodalzug zwischen dem Roland-Terminal in Bremen und dem Hafen in Stuttgart.
Wie Captrain mitteilt, soll die neue Verbindung ein leistungsfähiges Angebot für schnelle, verlässliche und flexible Transportlösungen schaffen – sowohl zwischen den Wirtschaftsräumen Bremen und Stuttgart als auch im door-to-door-Verkehr von Ladestelle zu Ladestelle.
Tägliche Verkehre auf der Nord-Süd-Route
Zwischen Bremen und Stuttgart verkehren die Züge nun täglich in beide Richtungen. Zusätzliche Anbindungen bestehen nach Bremen-Sebaldsbrück sowie nach Sindelfingen. Während Captrain Deutschland die Schienentraktion verantwortet, organisiert die L.I.T. Gruppe die Vor- und Nachläufe per Lkw zwischen Terminals, Lieferanten und Empfängern in den Regionen beider Wirtschaftszentren.
Über die Verbindung werden klassische Stückgutsendungen ebenso transportiert wie Verkehre im kombinierten Verkehr (KV), kleinere Partien und komplette Ganzzüge. Das Angebot richtet sich damit sowohl an Industrie- als auch an Handelsunternehmen entlang des Nord-Süd-Korridors.
Elektrische Loks mit minimalen Rangieraufwand
Nach Angaben der beiden Unternehmen kommen dabei elektrische Lokomotiven mit integrierter Last-Mile-Technologie. Diese ermöglichen die direkte Einfahrt in Terminals und Gleisanschlüsse ohne zusätzlichen Rangieraufwand und verkürzen damit die Umschlagzeiten. Sie bieten zudem eine höhere Flexibilität sowie geringere Emissionen im Vergleich zum reinen Straßentransport.
Die Verbindung steht nicht nur bestehenden Kunden offen, sondern auch weiteren Unternehmen mit Logistikbedarf auf dieser Relation.
Vernetzte Steuerung entlang des Korridors
SmartRail Logistics übernimmt als intermodale Koordinationsplattform die Abstimmung zwischen Eisenbahnverkehrsunternehmen, Terminalbetreibern und Speditionen. Das Joint Venture sorgt damit nach eigenen Angaben für durchgängige Prozesse zwischen Schiene und Straße und reduziert operative Schnittstellen. Die Relation zwischen Bremen und Stuttgart gilt als eine der zentralen Wirtschaftsachsen zwischen Nord- und Süddeutschland. Beide Regionen sind stark von Automobilindustrie, Maschinenbau, Konsumgüterlogistik sowie Hafenhinterland-Verkehren geprägt.
Impuls für den Kombinierten Verkehr
Die tägliche Zugverbindung stärkt insbesondere den Kombinierten Verkehr (KV) im deutschen Binnenmarkt. Verlässliche Bahnangebote auf Nord-Süd-Strecken gewinnen vor dem Hintergrund wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen und ambitionierter CO₂-Reduktionsziele zunehmend an Relevanz. Durch elektrische Traktion und die Bündelung von Sendungen bietet das Konzept zusätzliche Anreize, Transporte von der Straße auf die Schiene zu verlagern.