Nordfrost richtet Fährverbindung ein

14 Mai 2019
Nordfrost
Nordfrost plant eine Fährverbindung nach Skandinavien. Foto: Nordfrost - Marcus Jurk

Der Tiefkühl-Experte Nordforst will noch dieses Jahr eine Fährverbindung mit festen Abfahrtzeiten von und nach Skandinavien einrichten. Dazu investiert der Logistiker in ein sieben Hektar großes Grundstück am Nordwest- und Südwestkai von Wilhelmshaven, das ihm bereits gehört. Mit einer Kailänge von 470 Metern sowie acht bis zehn Meter Wassertiefe sei das Gelände optimal, heißt es seitens des Unternehmens. Zudem gebe es die nötigen Freiflächen für eine RoRo-Anlage. Beste Voraussetzungen für Nordfrost, um am „Heimathafen“ des Logistikers ins Fährgeschäft einzusteigen.

Bis zu 60 Lkw pro Fähre

Die Skandinavien-Fähre mit Ausgangs- und Endpunkt in Wilhelmshaven sei ökonomisch sinnvoll, da sie für Ziele von und nach Süddeutschland und Westeuropa gegenüber anderen norddeutschen Häfen die größten Einsparungen an Straßenkilometern ermögliche. Der Aufenthalt der Fähre im Hafen nehme jeweils vier Stunden in Anspruch, die Überfahrt benötige wiederum weniger als 20 Stunden. Mit einer Fähre seinen auf diese Weise drei Abfahrten pro Woche in jede Richtung möglich. Je Fahrtstrecke können nach Angaben von Nordfrost 60 Sattelzüge aufgenommen werden – oder mehr Fahrzeuge bei entsprechend kleineren Einheiten.

Weitere Investitionen geplant

Bei dieser Investition soll es allerdings nicht bleiben. Das im friesischen Schortens beheimatete Unternehmen baut zudem ein vollautomatisches Tiefkühl-Hochregallager sowie vier Verarbeitungsstraßen für den Lebensmittelbereich. Das 40 Meter hohe Tiefkühlhaus soll Anfang 2021 in Betrieb genommen werden, die Schwerguthallen Mitte 2020.

Hinter dem Invest steht das Ziel, die Geschäftsbeziehungen beispielsweise zu norwegischen Fischproduzenten auszubauen und gezielt weiteres Frachtvolumen aus Skandinavien heraus zu generieren. „Auch bei deutschen und europäischen Lieferanten Skandinavien-Verkehre zu akquirieren ist für uns nicht die größte Herausforderung“, erklärt Firmenchef Horst Bartels.