Oberleitungs-Lkw in Hessen startet

29 Nov 2018
Die Gesamtkosten für Elisa belaufen sich auf 14,6 Millionen Euro. Foto: Dietmar Gust
Die Gesamtkosten für Elisa belaufen sich auf 14,6 Millionen Euro. Foto: Dietmar Gust

Der erste Oberleitungs-Lkw auf einer öffentlichen Straße in Deutschland ist unterwegs. Der Siemens-Konzern hat die Vorbereitungen für den Aufbau der notwendigen Straßeninfrastruktur auf der A5 zwischen Langen/Mörfelden und Darmstadt/Weiterstadt abgeschlossen.

Damit kann Hessen bis zum Beginn des Regelbetriebs im nächsten Jahr entsprechende Versuche fahren. „Der erste eHighway Deutschlands ist fertig“, erklärte Gerd Riegelhuth, Vizepräsident der Landesbehörde Hessen mobil, am Dienstagabend bei der Vorstellung des Systems gegenüber der Presse.

Bei den Vorarbeiten haben Siemens und Hessen mobil den gesteckten Zeitplan eingehalten. Das Teilprojekt Elisa 1 – Elisa steht für Elektrifizierter, innovativer Schwerverkehr auf Autobahnen – ist damit planmäßig abgeschlossen. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf 14,6 Millionen Euro, die das Bundesumweltministerium trägt. Das Projekt Elisa 2 umfasst dann den Betrieb ab dem nächsten Jahr.

Die Erprobungen erfolgen mit einem Fahrzeug von Siemens – ein Hybrid-Elektro-Lkw mit Stromabnehmer. Die Lkw für die am Versuch beteiligten Praxispartner, darunter die Spedition Schanz und Meyer Logistik, müssen noch gebaut werden. Voraussichtlich ab Sommer 2019 sollen sie starten können, prognostiziert Hessen mobil.

Weitere Feldversuche in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg

Hessen ist das erste von drei deutschen Bundesländern, das den Startschuss zum Feldversuch mit Oberleitungs-Lkw erteilt. Als zweites Bundesland folgt Schleswig-Holstein. Dort sollten die Bauarbeiten auf der A1 zwischen Reinfeld und Lübeck eigentlich schon beginnen und der Versuch dann Mitte 2019 starten. Baden-Württemberg bereitet zurzeit die Ausschreibung für den Aufbau der Oberleitungs-Infrastruktur vor. Der Praxisbetrieb im Murgtal auf der B 462 zwischen Gernsbach-Obertsrot und Kuppenheim soll zum 1. Januar 2020 erfolgen.

Nach Siemens-Angaben ist der Stromantrieb eines Lkw über die Oberleitung doppelt so effizient wie der Antrieb mit Verbrennungsmotoren. „Das bedeutet nicht nur eine Halbierung des Energieverbrauchs, sondern auch eine Verringerung der lokalen Luftverschmutzung“, teilt das Unternehmen mit.

Roland Edel, Technologiechef von Siemens Mobility, bezeichnet den Beginn des Feldversuchs in Hessen als einen wichtigen Meilenstein für die Zukunft des Straßengüterverkehrs in Deutschland. „Der eHighway kombiniert die Vorteile elektrifizierter Bahnen mit der Flexibilität des Straßengüterverkehrs“, sagt er. Damit schaffe die Siemens-Technologie eine nachhaltige Alternative zum Lkw-Transport mit Verbrennungsmotoren.