Österreichische Post verkauft AEP an Platform Group
27. Jan. 2026NewsletterDie österreichische Post gibt ihre Beteiligung am deutschen Pharmagroßhändler AEP ab. Der Vorvertrag (Signing) wurde am 26. Januar 2026 unterzeichnet, das Closing wird – vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung – im ersten Quartal 2026 erwartet. Zum Kaufpreis machten die Parteien keine Angaben. Käufer ist „The Platform Group“, die AEP in ihr bestehendes Portfolio integrieren und Synergien nutzen will.
Strategischer Rückzug der Post
Die Österreichische Post war seit 2013 an der AEP-Muttergesellschaft Adelheid beteiligt und hielt zuletzt 51,52 Prozent. Nach dem Erreichen eines Umsatzes von rund einer Milliarde Euro im Jahr 2025 sehen die Eigentümer AEP an einem Wendepunkt. Die Post richtet ihren Fokus künftig stärker auf das Kerngeschäft E-Commerce-Logistik, insbesondere in Südost- und Osteuropa sowie in der Türkei.
AEP setzt auf zentrales Logistikmodell
AEP wurde 2012 gegründet und beliefert von seinem Standort im bayerischen Alzenau aus mehrere tausend Apotheken in Deutschland. Statt eines Filialnetzes arbeitet das Unternehmen mit einem zentralen Logistiklager und einheitlichen Konditionen. Rund 250 Mitarbeitende sind für eines der modernsten Pharmalogistikzentren Europas tätig.
Offene Fragen für den Pharmamarkt
Bis zum Closing bleibt offen, wie „The Platform Group“ AEP strategisch weiterentwickeln will. Das Unternehmen betreibt digitale Handelsplattformen, vernetzt Händler und Hersteller über eigene Softwarelösungen und bietet zusätzliche Services wie Online-Marketing und Logistik an. CEO Dr. Dominik Benner betont das Ziel, möglichst viele Branchen anzubinden. Mit Aktivitäten in 28 Branchen und über 15.700 Partnern könnte der Einstieg bei AEP spürbare Effekte auf Logistik und Marktstrukturen im Pharmagroßhandel haben.