Open Source bringt eCMR und Klimadaten voran

04. Dez. 2025Newsletter
2025 markierte für die Open Logistics Foundation (OLF) einen Durchbruch: Erstmals liegt ein industriereifer Standard für den digitalen Frachtbrief (eCMR) vor, ergänzt durch Pilotprojekte für einheitliche Emissionsdaten. Damit schafft die Stiftung zentrale Voraussetzungen für eine interoperable, digital vernetzte Logistik. Gleichzeitig wächst das Netzwerk auf 50 Mitglieder aus zwölf Ländern.
In der Arbeitsgruppe „Electronic Transport Documents“ entwickelten 28 Unternehmen eine Open-Source-Software, die den eCMR systemübergreifend nutzbar macht. Der Standard soll den bisher stockenden internationalen Roll-out beschleunigen, da er unabhängig von proprietären Lösungen funktioniert und europaweit einsetzbar ist. „Wir haben endlich die vielfach geforderte Grundlage zur digitalen und effizienten Gestaltung des internationalen Gütertransports – technisch und rechtlich abgesichert“, sagt Andreas Nettsträter, CEO der Open Logistics Foundation.

eCMR-Standard ist ein Meilenstein

Eine zweite Arbeitsgruppe definierte 2025 einen Standard für den Austausch von Emissionsdaten entlang der Lieferkette. Grundlage ist das iLeap-Modell von Smart Freight Centre und SINE Foundation. Realdatenpiloten begleiten erstmals echte Transporte; 2026 sollen daraus nutzbare Leitlinien entstehen. Ziel ist ein interoperabler Ansatz, der Unternehmen bei der Erfüllung gesetzlicher Vorgaben wie CSRD und ETS 2 unterstützt.

Bewusstsein für Open-Source-Lösungen steigt

2025 hat sich laut der OLF ein klarer Mentalitätswechsel vollzogen: „Das Bewusstsein für die Relevanz von Open-Source-Lösungen ist extrem gestiegen – nicht zuletzt durch Themen wie digitale Souveränität und Resilienz“, sagt Carina Tüllmann, CCO der Open Logistics Foundation. Der eCMR-Erfolg stärkt die Rolle der Stiftung als Ansprechpartner für Themen wie eFTI oder Datenschnittstellen.
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