Polen und Deutschland bauen Bahnkooperation aus

17. Feb. 2026Newsletter
In Warschau trafen sich der polnische Infrastrukturminister Dariusz Klimczak und der deutsche Verkehrsminister Patrick Schnieder. Sie unterzeichneten eine gemeinsame Vereinbarung zur Modernisierung und zum Ausbau der grenzüberschreitenden Schienenverbindungen. Das Dokument definiert Ziele und Formen der Zusammenarbeit im Schienenverkehr und hebt dessen strategische Bedeutung für die deutsch-polnischen Beziehungen hervor. Angestrebt werden eine Stärkung der grenzüberschreitenden Mobilität, des territorialen Zusammenhalts sowie der regionalen Sicherheit.
Mehr Verbindungen und kürzere Reisezeiten
Nach Angaben der Minister ist die Zahl der Bahnreisenden zwischen Polen und Deutschland im Jahr 2025 auf über 1,2 Millionen gestiegen. Die nun geschlossene Vereinbarung soll die bestehenden Verbindungen verbessern und zusätzliche Kapazitäten schaffen. Vorgesehen sind unter anderem Maßnahmen zur Erhöhung der Personen- und Güterverbindungen sowie zur Verkürzung der Reisezeiten auf zentralen Strecken, darunter die Achsen Warschau–Berlin, Krakau–Breslau–Zielona Góra–Berlin, Danzig–Stettin–Berlin sowie Przemyśl–Krakau–Breslau–Leipzig.
Darüber hinaus wollen beide Seiten das Potenzial geplanter Hochgeschwindigkeitskorridore prüfen. Dies betrifft insbesondere die Verbindungen Warschau–Posen–Berlin, Warschau–Breslau–Leipzig–Frankfurt am Main sowie Warschau–Breslau–Prag–München. Ziel ist der schrittweise Aufbau eines modernen internationalen Hochgeschwindigkeitsnetzes.
Abstimmung auf EU-Ebene
Die Vereinbarung sieht zudem eine engere Koordinierung im Rahmen der Europäischen Union vor, insbesondere bei Investitionen in das transeuropäische Verkehrsnetz (TEN-T). Berücksichtigt werden sollen auch Vorhaben mit doppeltem zivilen und militärischen Nutzen. Zur Finanzierung der geplanten Maßnahmen wollen beide Länder verstärkt auf europäische Förderinstrumente zurückgreifen, insbesondere auf die „Connecting Europe Facility“ im Rahmen des EU-Haushalts für den Zeitraum 2028 bis 2034.
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