Schienengüterverkehr durch Baustellen unter Druck
28. Jan. 2026Newsletter / Transport & VerkehrDer Branchenverband „Die Güterbahnen“ kritisiert die Planung von DB InfraGO. Viele Baustellen behindern den Schienengüterverkehr und führen dazu, dass Transporte vermehrt auf die Straße verlagert werden. Die Verkehrsleistung sank von 150 Milliarden Tonnenkilometern 2022 auf 134 Milliarden 2024 und zeigt weiter rückläufige Tendenz.
Rekordbelastung durch Baumaßnahmen
Die Bundesnetzagentur meldet, dass Baumaßnahmen 2024 rund vier Prozent des Gesamtumsatzes der Eisenbahnunternehmen ausmachen – doppelt so viel wie 2021, etwa 300 Millionen Euro.
Vollsperrungen auf Hauptkorridoren
Ab 6. Februar 2026 starten Korridorsanierungen mit Komplettsperrungen auf Hagen–Wuppertal–Köln und Nürnberg–Regensburg. Weitere Strecken folgen im Sommer, darunter Hamburg–Hannover, Obertraubling–Passau und Koblenz–Wiesbaden. Insgesamt werden 1.144 Kilometer stark frequentierter Strecken gesperrt.
Umleitungen belasten stark beanspruchte Strecken
Umleitungen führen laut Verband über ohnehin belastete und sanierungsbedürftige Strecken, vor allem in Bayern. Jede zusätzliche Störung könne dominoartige Effekte auslösen.
Kritik an Bauplanung
Der Verband bemängelt kurzfristige Baustellenankündigungen, nicht eingehaltene Bauzeiten und unvollständige Maßnahmen. Beispiel: Lehrte–Berlin, wo vorbereitende Arbeiten die Sperrzeit deutlich verlängern. Geschäftsführer Peter Westenberger betont, dass Kunden auf die Straße ausweichen, wenn Züge nicht fahren oder Umleitungen zu teuer sind.
Forderungen an DB InfraGO und Bund
Die Güterbahnen fordern technisch vorbereitete Umleitungsstrecken, Prüfung von Teil- statt Vollsperrungen sowie ausreichendes Personal für schnelle Entstörungen. Entstehende Mehrkosten für Personal, Energie und Fahrzeuge sollen nicht bei den Eisenbahnunternehmen liegen, sondern vom Bund übernommen werden.