Sennder und Uber Freight kooperieren

17 Sep 2020
Sennder Lkw
Sennder bewegt jeden Monat mehr als 50.000 Lkw. Foto: Sennder

Die digitale Spedition Sennder und Uber Freight kooperieren global. In Europa bleibt Uber aber nur eine Minderheitenbeteiligung am bisherigen Konkurrenten.

Uber Freight zieht sich aus Europa zurück. Was bleibt, ist eine Minderheitsbeteiligung an der digitalen Spedition Sennder. Das kommt nicht überraschend. Hatte doch der Europa-Chef Carles Lloret vor nicht ganz einem Jahr bei der Veranstaltung des Verbands Spedition und Logistik Baden-Württemberg (VSL) offen zugegeben, dass man die Eigenheiten des europäischen Transportmarkts unterschätzt habe. Entsprechend seien massive Anpassungen am nordamerikanischen Erfolgsmodell vonnöten, erklärte der junge Spanier damals.

Expertise beider Unternehmen bündeln

In der aktuelle Unternehmensmitteilung heißt es hingegen werbewirksam: „Beide Unternehmen bündeln ihre Expertise, um den digitalen Güterverkehr in Europa, den USA und in Kanada weiter voranzutreiben und zu revolutionieren.“ Im weiteren Verlauf ist allerdings zu erfahren, dass der Name Uber Freight in Europa verschwindet und die Digitale Spedition unter Sennder firmiert. Immerhin erhält Uber Freight im Zuge der Transaktion eine Minderheitsbeteiligung an Sennder. Das Uber-Freight-Team mit Sitz in Amsterdam wird nach Abschluss der Transaktion zu Sennder gehören. Das Geschäft von Uber Freight in den USA und Kanada bleibt von der hiesigen Kooperation unberührt.

Sennder wächst durch Übernahmen

„Als führende digitale Spedition bewegen wir jeden Monat mehr als 50.000 Lastwagen in 31 Ländern. Die Akquisition von Uber Freight festigt unsere Spitzenposition“, sagt David Nothacker, CEO und Co-Founder von Sennder. Eine Position, die sich das 2017 gegründete Unternehmen auch durch Zukäufe gesichert hat. Im September 2019 hatte die digitale Spedition den spanischen Anbieter Innroute übernommen hat, schluckte das Unternehmen aus Berlin Mitte 2020 den französischen Wettbewerber Everoad. Die aggresive Wachstumspolitik möglich machen wiederum zahlreiche Geldgeber, zu denen unter anderem Scania, der US- Investor Accel, Holtzbrinck Ventures, Lakestar, Perpetual und Project A zählen.