ADAC Stau-Bilanz: Noch mehr Geduld gefragt

06. Feb. 2020
Mehr Stillstand auf deutschen Autobahnen vermeldet der ADAC für das Jahr 2019. Die Gesamtdauer der gemeldeten Staus stieg demnach um knapp 14 Prozent auf 521.000 Stunden. Das ergab die Auswertung der ADAC Staudatenbank. Die Zahl der gemeldeten Staus (rund 708.500) sowie deren Gesamtlänge (rund 1.423.000 Kilometer) habe gegenüber 2018 allerdings um 5 Prozent beziehungsweise 7 Prozent abgenommen.
Wegen uneinheitlicher Einzelergebnisse hat der ADAC erstmals eine neue Kenngröße – die Staubelastung - in seine Staubilanz einfließen lassen. Sie beschreibt laut ADAC die räumlich-zeitliche Ausdehnung eines Staus und ergibt sich aus dem Produkt von Staulänge und Staudauer. Die Staubelastung aller gemeldeten Stauereignisse summierte sich 2019 bundesweit auf etwa 1,6 Millionen Kilometer mal Stunde und beträgt damit etwa 10 Prozent mehr als im Vorjahr.
Ein Grund für die längeren Stau-Aufenthalte dürfte nach Angaben des ADAC an der um gut ein Prozent gestiegenen Kfz-Fahrleistung - errechnet von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) - sowie an der gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent gestiegenen Zahl der Baustellen liegen.
An der Spitze im Negativ-Ranking der Bundesländer steht unverändert Nordrhein-Westfalen. 36 Prozent aller Staus entfallen auf dies Bundesland. Auf den Plätzen 2 und 3 wie in den Vorjahren: Bayern mit 18 Prozent und Baden-Württemberg (mit 11 Prozent). Somit kamen rund zwei Drittel aller Staumeldungen aus diesen drei Ländern.
Betrachtet man die Staulängen, führt Nordrhein-Westfalen mit rund 453.000 Kilometern (rund 32 Prozent) vor Bayern mit 267.000 (19 Prozent) und Baden-Württemberg mit rund 191.000 Kilometern (13 Prozent). Werden die Staulängen ins Verhältnis zur Länge des jeweiligen Autobahnnetzes gesetzt, führen erwartungsgemäß die Stadtstaaten Berlin und Hamburg das Ranking an. Bei den Flächenländern stehen Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen an der Spitze. Bayern, Bremen, Hessen und Niedersachsen liegen im Mittelfeld.
Die staureichsten Fernautobahnen waren 2019 die Autobahnen A 3 (Köln - Frankfurt - Passau) mit 206 Kilometern Stau pro Autobahnkilometer, A8 (Salzburg - München - Karlsruhe) mit 187 Kilometer Stau pro Autobahnkilometer und die A1 (Lübeck - Hamburg - Köln) mit 175 Kilometern Stau pro Autobahnkilometer.
Besonders betroffene Autobahnabschnitte waren die A3 Grenzübergang Suben - Passau, die A3 Oberhausen - Köln sowie die A8 Stuttgart - Karlsruhe.
Der stauträchtigste Wochentag bleibt erneut der Mittwoch. Im Durchschnitt summierten sich die Staukilometer an diesem Wochentag auf eine Länge von rund 5.100 Kilometer, die Zahl der Staus lag bei rund 2.600. Ähnlich schlechte Reisetage waren Donnerstag und Freitag. Wer an den Wochenenden unterwegs war, kam in der Regel besser zum Ziel.
Die staureichsten Tage des Jahres 2019 waren Freitag, 2. August, Mittwoch, 29. Mai (Tag vor Christi Himmelfahrt) und Gründonnerstag, 18. April. An diesen Tagen vermengte sich Berufs- mit dem Reiseverkehr. Die staureichsten Monate waren Juli, August und Oktober.
Auf bietet der ADAC Autofahrern an, sich zur Verkehrslage und auch über Baustellen zu informieren.