Steigende Dieselkosten bedrohen Transportbetriebe
12. März 2026NewsletterDie deutsche Transport- und Logistikbranche gerät durch die gestiegenen Dieselpreise zunehmend unter Druck. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) warnt davor, dass die aktuelle Kostenentwicklung nicht nur Transportunternehmen gefährdet, sondern auch die Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft.
Nach Angaben des Verbands berichten viele mittelständische Speditionen bereits von erheblichen wirtschaftlichen Problemen. „Viele Betriebe geraten durch die Dieselpreisexplosion binnen weniger Tage an die Grenze ihrer Belastbarkeit“, sagt BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt. Da rund 85 Prozent aller Güter in Deutschland per Lkw transportiert werden, könnten steigende Transportkosten direkte Auswirkungen auf Lieferketten und Warenpreise haben.
Preisanstieg von 28 Prozent
Die Dieselpreise haben sich innerhalb kurzer Zeit stark erhöht. Laut BGL lag der Preisanstieg zuletzt bei bis zu 28 Prozent. Für Transportunternehmen hat das gravierende Folgen. Kraftstoffkosten machen etwa ein Drittel der Gesamtkosten im Straßengüterverkehr aus. Steigt der Dieselpreis um zehn Prozent, erhöhen sich die Gesamtkosten im Transportbetrieb bereits um rund drei Prozent. Bei einem Preisanstieg von 28 Prozent bedeutet das einen Kostenanstieg von etwa neun Prozent. Besonders problematisch: Die Gewinnmargen im Transportgewerbe liegen häufig nur zwischen 0,1 und 3 Prozent.
Energiesteuer wichtiger Kostenfaktor
Zusätzlich zum gestiegenen Dieselpreis belasten weitere Abgaben die Branche. Zu den wichtigsten Kostenfaktoren gehören die Energiesteuer mit 47 Cent pro Liter, etwa 20 Cent CO₂-Abgabe pro Liter Diesel und rund 35 Cent Lkw-Maut pro Kilometer, davon etwa 16 Cent CO₂-Aufschlag. Diese Kombination aus steigenden Energiepreisen und Abgaben erhöht den wirtschaftlichen Druck auf Transportunternehmen erheblich.
BGL fordert Maßnahmenplan
Angesichts der Entwicklung fordert der Verband schnelle politische Maßnahmen. Der BGL hat dafür einen „Maßnahmenplan zur Sicherung der Lieferketten“ vorgelegt.
Zu den wichtigsten Vorschlägen gehören eine Dieselpreisbremse, zinsgünstige Liquiditätshilfen für Transportunternehmen und eine amtliche Diesel-Referenz zur Anwendung von Preisgleitklauseln. Damit sollen Unternehmen kurzfristig finanziell entlastet und Insolvenzen verhindert werden.
Krise der Speditionen gefährdet Lieferketten
Der Verband warnt, dass die wirtschaftliche Lage vieler Speditionen kritisch werden könnte, wenn die Kosten weiter steigen. „Entscheidend ist, dass die Bundesregierung schnell, unbürokratisch und wirksam handelt, um Liquidität zu sichern, Insolvenzen zu vermeiden und die Funktionsfähigkeit der Lieferketten zu stabilisieren“, betont Engelhardt.