Tiroler Logistikunternehmen Nothegger meldet Insolvenz an
10. März 2026NewsletterÜber das Transportunternehmen Nothegger Transport Logistik aus St. Ulrich am Pillersee wurde am Landesgericht Innsbruck ein Konkursverfahren eröffnet. Rund 300 Beschäftigte sind von der Insolvenz betroffen.
Wie das Nutzfahrzeugportal eurotransport.de berichtet, belaufen sich die Verbindlichkeiten laut Gläubigerschutzverbänden auf etwa 15 Millionen Euro. Damit trifft die Insolvenz einen bekannten Logistikdienstleister im Alpenraum – in einer Branche, die ohnehin mit steigenden Kosten, Fahrermangel und schwankender Nachfrage zu kämpfen hat.
Hohe Schulden bei Behörden und Banken
Zu den größten Gläubigern zählen staatliche Stellen und Banken. Demnach schuldet das Unternehmen der österreichischen Gesundheitskasse rund 3,2 Millionen Euro, dem Finanzamt etwa 1,8 Millionen Euro und Banken rund 9,3 Millionen Euro.
Den Insolvenzantrag stellte die Gesundheitskasse, nachdem Sozialversicherungsbeiträge in Millionenhöhe offengeblieben waren. Zwar wurden zuletzt Teilzahlungen geleistet, die Zahlungsprobleme konnten jedoch nicht nachhaltig gelöst werden.
Investor und Immobilienverkauf scheiterten
Nach Angaben der Geschäftsführung gab es kurz vor der Insolvenz noch Gespräche mit einem potenziellen Investor. Zusätzlich sollte eine Immobilie verkauft werden, um finanzielle Rückstände zu begleichen.
Der geplante Verkauf kam jedoch nicht rechtzeitig zustande, sodass das Gericht schließlich das Konkursverfahren eröffnete. Die Unternehmensleitung strebt dennoch eine Fortführung des Betriebs an.
Europaweites Transportnetz mit großem Fuhrpark
Nothegger Transport Logistik wurde 1992 gegründet und gehört seit Jahren zu den etablierten Transportdienstleistern im Alpenraum. Das Unternehmen betreibt mehrere internationale Niederlassungen und verfügt über einen Fuhrpark mit mehr als 700 Fahrzeugen.
Zum Leistungsspektrum zählen internationale Straßentransporte, Kühltransporte für Lebensmittel, Planenverkehre sowie Sonder- und Gefahrguttransporte. Auch intermodale Transporte mit Bahnverbindungen gehören zum Angebot.
Systemlogistik bleibt vorerst außen vor
Die Nothegger Systemlogistik in Radfeld ist nach Unternehmensangaben nicht von der Insolvenz betroffen. Im laufenden Verfahren wird nun geprüft, ob der betroffene Geschäftsbereich fortgeführt oder teilweise verkauft werden kann.
Eine erste Gläubigerversammlung ist für Mitte Mai angesetzt. In den kommenden Wochen dürfte sich entscheiden, wie es mit dem Unternehmen weitergeht.