trans aktuell-Symposium: Best-Practice in der Pharmalogistik

16 Mai 2018
Symposium von trans aktuell bei Dischinger.
Die Teilnehmer erhalten auch Einblicke in die Praxis. Foto: Thomas Küppers

Beim trans aktuell-Symposium bei karldischinger zum Thema Pharmalogistik gab es unter anderem Einblicke in die Praxis.

Durchschnittlich 1,5 Medikamente nimmt jeder Bundesbürger jeden Tag zu sich, der demografische Wandel treibt die Entwicklung noch weiter: Das bedeutet Wachstum für die pharmazeutische Industrie und damit auch weitere Chancen für Logistikdienstleister, an dem Wachstum teilzuhaben. Auf dem trans aktuell-Symposium "Anforderungen an die Pharmalogistik" bei dem Logistikdienstleister karldischinger im badischen Ehrenkirchen informieren sich die Teilnehmer über Best-Practice-Beispiele erfolgreicher Unternehmen.

Kerstin Sacherer, verantwortlich für Qualitäts- und Personalmanagement bei der Firma Dischinger, berichtete etwa über die Validierung und Qualifizierung von Objekten und IT-Systemen. Denn die Pharmahersteller und die Behörden haben laut Sacherer hohe Ansprüche an die Produkte und wollen eine Gewährleistung, dass sich das Produkt und die darin enthaltenen Wirkstoffe nicht bei Umschlag, Lagerung und Transport verändern, etwa durch hohe Temperaturunterschiede. Notwendig ist daher für Logistikdienstleister, auch eine Qualifizierung vorzuweisen. Design-, Produkt- und Leistungsqualifizierung stellen sicher, dass die Anforderungen des Kunden erfüllt werden. Dazu gehören etwa Tests, dass der Trailer die vorgegebenen Temperaturen hält – und das sowohl im Sommer als auch im Winter. Bei der Vailidierung der Computerysteme richtete sich Dischingr nach einem Leitfaden nach GAMP 5. Dabei werden alle Produkte rund um die IT klassifiziert und getestet, etwa im Rahmen dessen auch das firmenintern Zutrittskontrollsystem, das einem Stabilitäts- und Zutrittsrechtstest unterzogen wird.

Höchste Sicherheit ist bei Pharma Pflicht

Höchste Sicherheitsstandards für die Pharmaindustrie ist daher auch die Losung bei Fahrzeugbauer Schmitz Cargobull. Carsten Krieger, Produktmanager der Produktlinie Sattelkoffer, zeigte die Besonderheiten bei der der Einheiten und die Zertifizierung der Fahrzeuge durch den Dienstleister Pharmaserv, der dazu unter anderem auch den Kältetunnel des Trailerbauers nutzt. Laut Krieger macht im Betrieb die Schmitz Cargobull-Trailer-Telematik die Dokumentation der ununterbrochenen Kühlkette einfacher – über die Telemetriedaten des Trailers und einen integrierten Temperaturschreiber kann ein Logistikdienstleister die entsprechenden Nachweise leicht erbringen.

Welche Pharmaausbauten es für die letzte Meile gibt, zeigte Andreas Schumann, Vorsitzender Bundesverband der Kurier-, Express- und Postdienste (BdKEP). Der Verband stellte für seine Mitglieder eine Übersicht GDP-konformer Fahrzeuge als Kaufentscheidung zusammen – Kriterien waren etwa die Verfügbarkeit und die durchschnittliche Umbauzeit, aber auch der Verlust an Ladevolumen sowie die Heiz-beziehungsweise Kühlleistung, mit einer zum Teil unterschiedlich großen Bandbreite: "Bei den Wartungskosten für die das Heiz-und Kühlaggregat reicht die Spannbreite von 80 bis 500 Euro", sagte Schumann. Inwiefern die Norm SPEC 91323 für den Einsatz von Nutzfahrzeugen zur Pharmadistribution bei den Pharmaausbauten und auch in der Anwendung in der Praxis eine Rolle spielt, berücksichtigte der BdKEp für die Übersicht ebenfalls. Schumanns Fazit dazu: "Viel wesentlicher ist die Leistungsqualifizierung des Fahrzeugs."