Transporeon Summit: Zukunft der digitalen Plattformen

25. Sept. 2025Newsletter
Der Transporeon Summit 2025 in Amsterdam mit 400 Teilnehmern aus Transport und Logistik warf einen Blick in die Zukunft digitaler Plattformen. Vertreter von Trimble, Transporeon und Kundenunternehmen präsentierten konkrete Anwendungen von künstlicher Intelligenz (KI) und diskutierten die Folgen für Speditionen.

Strategischer Blick von Trimble

Rob Painter, CEO von Trimble, betonte in seiner Keynote die Bedeutung des europäischen Marktes für den Konzern. Durch die Integration von Transporeon in die globale Trimble-Struktur entstünden neue Synergien, die auch Speditionen zugutekommen. Neben Bauwesen und Geodaten spiele der Transportsektor eine zentrale Rolle für Innovationen.

AI-Vision und NEXT-Plattform

Jonah McIntire, Chief Product & Technology Officer bei Transporeon, stellte die neue Plattform „NEXT“ vor. Sie ist modular aufgebaut und nutzt KI, um Prozesse wie Spot-Beschaffung, Angebotsabgabe und ETA-Prognosen zu automatisieren. Speditionen können dadurch ihre Auslastung verbessern und Kosten senken. Erste Module sind bereits verfügbar, weitere folgen bis Anfang 2026.

Managed Network für Speditionen

Philipp Pfister, Sector Vice President bei Transporeon, erklärte die Vorteile des Managed Network. Mit 158.000 Frachtführern und 1.400 Verladern bietet es kleineren Speditionen Zugang zu neuen Aufträgen und erleichtert das Onboarding. Eine nutzungsbasierte Preisgestaltung soll die Einstiegshürden senken.

Niedrige Einstiegshürden für neue Marktteilnehmer

Im Gespräch mit eurotransport.de betonte Pfister, dass gerade kleinere Speditionen von der Plattform profitieren könnten: „Wir wollen die Einstiegshürden für neue Marktteilnehmer so niedrig wie möglich halten.“ Statt hoher Fixkosten sollen die Unternehmen nur für die tatsächlich genutzten Services bezahlen.

Einfacher Einstieg in den digitalen Marktplatz

Der Einstieg gelingt über den Trade Marketplace, den digitalen Marktplatz für Transportaufträge auf der Transporeon-Plattform. Speditionen können sich dort einfach registrieren und sofort auf Ausschreibungen zugreifen – ohne komplexe Integration in eigene Systeme.

Transparenz und Informationsparität

Entscheidend sei zudem die Transparenz im Netzwerk: „Die gemeinsame Datengrundlage zwischen Verladern und Frachtführern erlaubt es, schneller auf Marktveränderungen zu reagieren.“ Damit, so Pfister, würden nicht nur Aufträge effizienter gematcht, sondern auch langfristige Geschäftsbeziehungen gestärkt.

Praxisberichte aus der Industrie

Tulio Freitas, Global Supply Chain Director vom Baustoffhersteller Knauf, schilderte, wie digitale Plattformen Transparenz über internationale Transporte schaffen. Andreas von Bülow vom Lebensmittelkonzern Lantmännen Unibake berichtete, dass digitale Yard-Management-Lösungen wie Self-Service-Kioske und QR-Codes die Fahrerabfertigung am Werkstor beschleunigen. Anlieferungen und Abholungen würden dadurch reibungsloser abgewickelt und Wartezeiten deutlich verkürzt.

Effizienzgewinne durch Echtzeitdaten

Yvo van Werde, Efficiency manager beim Stahlkonzern ArcelorMittal, und Fulvio Paolo Profeta, Routing Manager beim Nahrungsmittelkonzern Barilla, diskutierten gemeinsam mit Jan Rzehak, Director Business Consulting bei Transporeon, wie sich mit Echtzeitdaten die Planung von Transporten verbessern lässt. Präzisere Ankunftsprognosen (ETA) reduzieren Wartezeiten, während Verlader ihre Rampen- und Lagerkapazitäten flexibler steuern können. Frachtführer wiederum steigern ihre Auslastung, indem Leerfahrten vermieden werden. Zudem entsteht eine einheitliche Datengrundlage, die allen Beteiligten in der Lieferkette mehr Transparenz verschafft.

Zukunftsblick auf die Logistik 2030

Der Zukunftsforscher Richard van Hooijdonk zeichnete ein Bild der Logistik im Jahr 2030. Autonome Fahrzeuge, KI-gestützte Disposition und sogenannte „Lights Out“-Fabriken seien keine ferne Vision mehr. Darunter versteht man vollständig automatisierte Produktionsstätten, die ohne Personal und theoretisch sogar ohne Licht betrieben werden können. Für mittelständische Speditionen sah van Hooijdonk sowohl Risiken als auch Chancen – entscheidend sei, sich frühzeitig auf die technologische Veränderungen einzustellen.
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