Trassenpreise auf der Schiene steigen 2026 leicht

16. Dez. 2025Newsletter
Die Trassenpreise für den Schienengüterverkehr steigen im kommenden Jahr deutlich moderater als zunächst erwartet. Die Bundesnetzagentur hat das Trassenpreissystem (TPS) 2026 für das Schienennetz der DB InfraGO offiziell genehmigt. Während die Preise im Fernverkehr für Personenzüge (SPFV) leicht um 1,2 Prozent sinken, steigen sie im Schienengüterverkehr (SGV) um 6,1 Prozent und im Nahverkehr (SPNV) um 3,0 Prozent. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) bewertet die Entscheidung als „marktverträglich“.
Trassenentgelte steigen im Schnitt um 2,4 Prozent
Mit ihrem Beschluss vom 11. Dezember 2025 bestätigte die Bundesnetzagentur das TPS 2026 der DB InfraGO. Im Durchschnitt erhöhen sich die Trassenentgelte damit gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent. Zusätzlich wurde ein TraFöG-Fördersatz von 26,5 Prozent festgelegt, der insbesondere den Schienengüterverkehr finanziell entlasten soll.
Befürchtete Preisexplosion bleibt aus
Noch vor wenigen Monaten hatte die Branche deutliche Sorgen: Im Raum standen Trassenpreissteigerungen von bis zu 35 Prozent, vornehmlich für den Schienengüterverkehr. Dieses Szenario ist jetzt vom Tisch. Die Beschlusskammer Eisenbahn der Bundesnetzagentur genehmigte die Trassenpreise am 12. Dezember 2025 endgültig.
VDV: Entscheidung ist marktverträglich
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen bewertet die Entscheidung insgesamt positiv. Besonders die Absenkung der Trassenpreise im Fernverkehr sowie die moderate Entwicklung im Nah- und Güterverkehr wertet der Verband als wichtiges Signal für die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene.
Kritik an später Planungssicherheit
Trotz der positiven Bewertung äußert der VDV auch Kritik am Zeitpunkt der Entscheidung. Die Eisenbahnunternehmen hätten sich eine frühere Klärung gewünscht, um verlässlicher planen zu können.
Weitere Entscheidungen stehen noch aus
Die Diskussion um die Trassenpreise ist aus Sicht des VDV jedoch nicht abgeschlossen. Noch offen sind unter anderem die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zur Rechtmäßigkeit der Trassenpreisbremse im Schienenpersonennahverkehr sowie die geplante Reform des deutschen Trassenpreissystems, die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigt wurde.
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