Traton fährt großes Minus ein

04. Aug. 2020
Die Traton Group veröffentlicht schwache Zahlen zum von Corona geprägten ersten Halbjahr 2020. Neben der Konzernmarke MAN will nun auch die Schwester Scania massiv Stellen abbauen.
Die MAN- und Scania-Mutter Traton sieht sich im Zuge der Corona-Krise mit einem massiven Rückgang der Nachfrage konfrontiert. Insgesamt ging der Absatz im ersten Halbjahr um satte 37 Prozent auf 77.700 Fahrzeuge zurück. Der Umsatz fällt mit 10,1 Milliarden Euro entsprechend um rund ein Viertel niedriger aus als noch im Vorjahreszeitraum.
Was das operative Ergebnis anbelangt, rutscht die Traton Group damit deutlich ins Minus. Auf 220 Millionen Euro beläuft sich der Verlust. Auch wenn das erste Halbjahr 2019 laut Traton wegen der Vorzieheffekte aufgrund der Einführung des digitalen Tachographen sowie eines möglichen No-Deal-Brexit außergewöhnlich stark war, ist die Bilanz so mehr als düster.
Schrittweise Erholung der Verkäufe erwartet
Der neue Traton-CEO Matthias Gründler, der erst vor wenigen Wochen auf Andreas Renschler folgte, übt sich dennoch in Zweckoptimismus. Man habe für den europäischen Markt ohnehin einen Nachfragerückgang erwartet. "Da sich unser Geschäft nach dem starken Einbruch im April langsam stabilisiert hat, rechnen wir für das laufende Quartal mit einer schrittweisen Erholung der Verkäufe, sofern die Zahl der Neuinfektionen nicht erneut ansteigt", so Gründler.
Die im Mai begonnene Erholung beim Absatz hat sich laut der Angaben des Unternehmens immerhin im Juni weiter fortgesetzt.
Massiver Stellenabbau bei MAN und Scania
Christian Schulz, CFO der Traton Group, betont, dass man als Reaktion auf den Markteinbruch konsequente Sparmaßnahmen ergriffen habe. So wurden beispielsweise die Sachkosten deutlich reduziert. Wie eurotransport.de bereits im März berichtete, plant Traton zudem etwa 6.000 der insgesamt rund 36.000 Arbeitsplätze bei MAN zu streichen. Rein rechnerisch müsste damit jeder sechste Mitarbeiter gehen.
Im Zuge der Vorstellung der Halbjahreszahlen zog jetzt auch Scania-CEO Henrik Henriksson nach: Es sei schwierig, die langfristigen Auswirkungen der Krise abzuschätzen, und es werde lange dauern, bis die Nachfrage wieder auf das Niveau vor der Krise zurückkehrt. Vor diesem Hintergrund wird laut des Scania-Chefs intensiv und umfassend daran gearbeitet, die Kostenstruktur langfristig anzupassen. Man stehe nun vor der schwierigen Maßnahme, weltweit rund 5.000 Stellen zu streichen.