VDA fordert mehr Unterstützung für klimafreundliche Nutzfahrzeuge
08. Dez. 2025Newsletter / Transport & VerkehrDer Verband der Automobilindustrie (VDA) warnt, dass der Markthochlauf klimafreundlicher Nutzfahrzeuge durch fehlende Infrastruktur, hohe Kosten und starre Rahmenbedingungen gebremst wird. Laut VDA-Geschäftsführer Andreas Rade verursacht der Schwerlastverkehr rund 30 Prozent der CO2-Emissionen im Straßenverkehr. Die Industrie habe längst investiert und ein breites Angebot elektrischer und CO2-neutraler Lkw entwickelt, doch politische Maßnahmen blieben hinter dem Bedarf zurück.
CO2-Flottenregulierung früher überprüfen
Der VDA fordert, das Review der CO2-Flottenregulierung vorzuziehen. Nur ein früher Realitätscheck könne sicherstellen, dass die Zielvorgaben erreichbar bleiben. Zu hohe Strafzahlungen für verfehlte Grenzwerte gefährdeten Investitionen und damit die Transformation des Sektors. Die Branche habe geliefert, jetzt müsse die Politik handeln, um Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu sichern.
Schnellere Depotanschlüsse für E-Lkw
Für den Umstieg auf elektrische Flotten sei eine leistungsfähige Depotinfrastruktur entscheidend. Rade kritisiert lange Genehmigungsverfahren und fehlende Netzanschlüsse. Netzbetreiber und Kommunen müssten verpflichtet werden, Kapazitäten zügig bereitzustellen. Ohne Ladepunkte auf dem Betriebshof könnten viele mittelständische Unternehmen nicht in E-Lkw investieren. Die Depotinfrastruktur sei damit ein Schlüssel für den Erfolg der Transformation.
Öffentliche Lade- und Wasserstoffversorgung ausbauen
Eine flächendeckende Versorgung entlang der Autobahnen sei unverzichtbar. Autohöfe sollten gezielt gefördert werden, Verzögerungen an Rastanlagen müssten ausgeglichen werden. Der europaweite Ausbau müsse schneller erfolgen und an den Güterverkehrsbedarf nach 2030 angepasst werden. Fehlende Lade- und H2-Stationen führten zu Unsicherheiten in der Planung. Aktuelle AFIR-Vorgaben seien noch unzureichend für schwere Nutzfahrzeuge.
Faire Anreize für mittelständische Betriebe
Viele KMU könnten steuerliche Abschreibungen kaum nutzen. Förderung müsse deshalb einfach, verlässlich und langfristig gestaltet sein. Einnahmen aus der CO2-Maut sollten vollständig in Infrastruktur reinvestiert werden. Gleichzeitig brauche es Unterstützung bei Betriebskosten, damit emissionsfreie Fahrzeuge wirtschaftlich bleiben.
Energiepreise für Strom und Wasserstoff senken
Der VDA fordert niedrigere Stromsteuern, stabile Mautbefreiungen bis mindestens 2031 und verlässliche Energiekosten. Nur so könnten E-Lkw und Wasserstoffantriebe aus der Nische herauswachsen. Wichtig sei zudem die Gleichbehandlung verschiedener H2-Antriebsarten sowie die Anerkennung erneuerbarer Kraftstoffe.