IAA 2018: VDA-Präsident Mattes im Interview

10. Sept. 2018
Bernhard Mattes erlebt seine erste Nutzfahrzeug-IAA als VDA-Präsident. Eine große Rolle spielen die Megatrends CO2-Reduktion, Digitalisierung und Automatisierung. Diese Technologien sollen sich in Hannover mehr als zuvor erleben lassen.
Die 67. IAA ist Ihre erste Nutzfahrzeug-IAA als VDA-Präsident. Mit welchen Erwartungen und Gefühlen reisen Sie zur Messe?
Mattes: Diese IAA wird mit Sicherheit sehr spannend. Sie öffnet das Fenster zur Mobilität von morgen weit. Dazu passt auch das IAA-Motto: „Driving tomorrow“. Die Innovationstreiber sind Digitalisierung, Vernetzung, automatisiertes Fahren und Elektromobilität plus weitere alternative Antriebe. Auch die „last mile“ wird im Mittelpunkt stehen, also die urbane Logistik. Ich freue mich auf die IAA und ihre vielen Weltpremieren.
Welche Botschaft soll die IAA in diesem Jahr transportieren?
Mattes: Diese IAA zeigt, wie sehr die gesamte Nutzfahrzeugbranche im Aufbruch begriffen ist. Das umfasst die Hersteller von schweren Lkw, Transportern und Bussen, von Anhängern und Aufbauten und die vielen Zulieferer. Die Digitalisierung werden wir in allen Bereichen sehen, erleben, anfassen können.
In Europa wird nach wie vor über CO2-Grenzwerte für schwere Nutzfahrzeuge diskutiert. Welche Rolle wird das auf der IAA 2018 einnehmen?
Mattes: Natürlich beschäftigen wir uns mit diesem sehr wichtigen Thema. Die Kommission hat ihre Vorschläge im Sommer 2018 vorgestellt. Die Minderungsziele sind aus unserer Sicht unrealistisch. Die Vermutung liegt nahe, dass hier Reduktionsraten vom Pkw einfach auf den Lkw übertragen wurden. Das wird dem schweren Nutzfahrzeug nicht gerecht, denn es ist nicht mit einem Auto vergleichbar. Grundsätzlich gilt: Schon bisher wurde das Nutzfahrzeug auf äußerste Sparsamkeit im Verbrauch getrimmt – je transportierter Tonne. Dafür sorgt der beinharte Wettbewerb, dazu waren bislang keine EU-Vorgaben erforderlich. Es gibt also einen enormen marktwirtschaftlichen Druck zur Effizienzsteigerung. Wir brauchen eine Regulierung mit Augenmaß. Und dazu zählt auch, die Vielfalt der Nutzfahrzeuge nicht über einen Kamm zu scheren.
Was werden Sie sich als erstes auf der Messe anschauen?
Mattes: All das, was ich auf der IAA sehen will, ist nicht an einem Tag zu schaffen. Das sind die großen Trucks, die Busse und Transporter, die gesamte Palette an E-Fahrzeugen in jeglicher Ausprägung, die pfiffigen Ideen der Zulieferer und der Trailerhersteller – und natürlich das Aktionsprogramm von Live. Und sicher werde ich die spannenden Paneldiskussionen in der New Mobility World verfolgen. Wenn dann noch Zeit bleibt, gehe ich zu den Oldtimern und US-Trucks in Halle 21.
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