Verbände äußern sich zu Trumps Wahlsieg
Bei der US-Präsidentschaftswahl am vergangenen Dienstag machte erneut Donald Trump das Rennen. Nun befürchtet die deutsche Wirtschaft einen verstärkten Druck auf die Lieferketten. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh), der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und Der Mittelstandsverbund haben im Vorfeld des Deutschen Lieferkettentags eine Umfrage erhoben. Der Deutsche Lieferkettentag hat am 6. November stattgefunden, das Ergebnis der Umfrage stand folglich noch vor dem Ausgang der US-Wahl fest.
Importzölle befürchtet
Fast ein Drittel (31 Prozent) der befragten Unternehmen befürchtet, dass die USA künftig einen Alleingang mit generellen Importzöllen und einem „America First“-Ansatz beschreiten werden, weitere 59 Prozent halten mehr selektive Handelshemmnisse für wahrscheinlich. Nur sechs Prozent erwarten eine Abkehr vom Protektionismus und nur vier Prozent glauben an eine Rückbesinnung zu einer kooperativen, multilateralen Handelsordnung. 82 Prozent halten geopolitische Konflikte für die größte Bedrohung ihrer Lieferketten, gefolgt von Cyberkriminalität (acht Prozent) und Naturkatastrophen (sechs Prozent).
China ist den befragten Unternehmen als Handelspartner allerdings wichtiger als die USA. 75 Prozent bezeichnen China im Vergleich zu anderen Regionen als „sehr wichtig“ (44 Prozent) oder „wichtig“ (31 Prozent), gefolgt von Asien ohne China mit 30 Prozent und 36 Prozent Zustimmung. Die USA kommen deutlich dahinter auf Platz 3 mit Werten von 18 Prozent („sehr wichtig“) und 35 Prozent („wichtig“).
Rund 32 Prozent der teilnehmenden Unternehmen waren Großunternehmen ab 1000 Beschäftigte, 24 Prozent Kleinunternehmen mit weniger als 49 Beschäftigten. 44 Prozent der befragten Unternehmen lagen dazwischen.
Wahlsieg Trumps Weckruf für Deutschland und Europa
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht das klare Ergebnis der US-Wahlen als einen Weckruf für Deutschland und Europa. Deutschland müsse die vorhandenen Strategien zur Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit, Verteidigungsfähigkeit und für den Umgang mit China mit deutlich mehr Tempo weiterentwickeln, heißt es in einem offiziellen Statement. Trump werde voraussichtlich den in seiner ersten Amtszeit eingeschlagenen protektionistischen Kurs konsequent fortführen.
„Die USA sind der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Protektionistische Vorhaben der Trump-Administration hätten deshalb erhebliche Auswirkungen auf unseren Außenhandel. Rückläufige Ex- und Importzahlen und Standortverlagerungen blieben nicht ohne Folgen für die europäische Logistikbranche“, sagt Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik, gegenüber eurotransport.de.