Vision Pulse: Neue Sicherheitstechnik von Kia und Hyundai

09. Feb. 2026Newsletter / Transport & Verkehr
Kia und Hyundai setzen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Stadtverkehr auf die Kurzstrecken-Funktechnologie Ultrabreitband (UWB). Unter dem Namen „Vision Pulse“ entwickeln die beiden Marken der Hyundai Motor Group eine Sicherheitstechnologie, die Personen und Hindernisse rund um Fahrzeuge präzise in Echtzeit erfassen soll. Die mögliche Anwendung in Serienfahrzeugen wird derzeit geprüft.
Präzise Ortung rund ums Fahrzeug
Vision Pulse nutzt UWB-Module, die im Fahrzeug verbaut sind und kontinuierlich Funksignale senden. Befinden sich andere Fahrzeuge, Fahrräder oder Fußgänger mit kompatiblen UWB-Modulen in der Nähe – das sind etwa Smartphones, Smartwatches oder Tracker –, misst das System die Signal-Laufzeiten und berechnet daraus deren exakte Position. Erkennt die Software eine potenzielle Kollisionsgefahr, werden Warnhinweise ausgegeben.
Ein zusätzlicher Hardwareaufwand ist dabei nicht unbedingt erforderlich: Fahrzeuge von Kia und Hyundai, die bereits mit dem digitalen Autoschlüssel „Digital Key 2.0“ ausgestattet sind, verfügen serienmäßig über passende UWB-Module.
Vorteile gegenüber klassischen Assistenzsystemen
Aktuelle Systeme zur Überwachung des toten Winkels oder des Umfelds basieren meist auf Kameras, Radar oder Lidar, die bei schlechten Sichtverhältnissen und komplexen Kreuzungen an ihre Grenzen stoßen können. Vision Pulse setzt stattdessen auf die hohe Übertragungsbandbreite von UWB im Gigahertz-Bereich. Dadurch lassen sich Objekte in einem Radius von bis zu 100 Metern mit einer Abweichung von rund zehn Zentimetern orten. Laut Hersteller erreicht das System eine Erkennungsgenauigkeit von über 99 Prozent – auch bei Dunkelheit oder widrigen Wetterbedingungen. Die Reaktionszeit liegt bei wenigen Millisekunden.
Fokus auf Stadtverkehr
Die Technologie zielt vor allem auf den urbanen Verkehr ab, wo Radfahrer und Fußgänger häufig außerhalb des direkten Sichtfelds unterwegs sind. Mithilfe spezieller Algorithmen kann Vision Pulse zudem Bewegungen mehrerer Objekte gleichzeitig vorhersagen – selbst bei höheren Geschwindigkeiten.
Einsatz auch außerhalb des Straßenverkehrs denkbar
Kia und Hyundai sehen für Vision Pulse weitere Anwendungsmöglichkeiten jenseits klassischer Fahrerassistenzsysteme. In industriellen Umgebungen wie Lagerhallen oder Produktionsstätten könnte die Technik helfen, Kollisionen zwischen Fahrzeugen und Beschäftigten zu vermeiden.
Tests in Industrie und Logistik
Aktuell wird Vision Pulse in realen Einsatzumgebungen getestet. Dazu zählt unter anderem das PBV-Umrüstzentrum von Kia in Hwaseong (Südkorea), wo seit 2025 untersucht wird, wie sich Zusammenstöße zwischen Gabelstaplern und Mitarbeitern verhindern lassen. Weitere Erprobungen sind im Hafen von Busan geplant.
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