Wartezeiten an der Grenze: BME wirbt für offene Kommunikation
Infolge der Flüchtlingskrise kommt es bei grenzüberschreitenden Transporten immer wieder zu Verzögerungen, teilweise bis zu zwölf Stunden. Diese seien aber beherrschbar, so der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME). „Dies zeigt, dass freier Warenaustausch auf diesen Routen nur noch bedingt möglich ist“, sagt Gunnar Gburek, Leiter der BME-Sektion Logistik. Eine Lösung sei nicht in Sicht. Vielmehr befürchte man, dass sich die Lage weiter verschärft. Dennoch sei die Gesamtsituation für Verlader und Dienstleister gut beherrschbar. Wichtig sei ein stetiger Austausch über die aktuelle Lage. Bei der Flüchtlingskrise handle es sich schließlich um ein höhergelagertes gesellschaftspolitisches Problem. Beide Seiten sollten daher Solidarität zeigen. „Wenn mit offenen Karten gespielt und eng miteinander kommuniziert wird, kann man gemeinsame Lösungen finden“, so Gburek. Dies betreffe besonders den Regelverkehr. Bei zeitkritischen Einzelsendungen sei dies jedoch ungleich schwerer. Man erwarte zudem, dass sich Verlader früher oder später mit höheren Kosten arrangieren müssen. Die Auswirkungen der Krise seien nämlich nicht nur an den Wartezeiten an der Grenze zu spüren. „Die Netzwerke sind mittlerweile so engmaschig gestrickt, dass es zu massiven Folgeproblemen kommt, wenn Waren, Fahrzeuge und Fahrer nicht plangemäß ankommen und für den Weitertransport zur Verfügung stehen“, sagt Gburek weiter. Das bringe die eng getakteten Fahrpläne gewaltig durcheinander.
Auch Alternativen seien dünn gesät. Flüchtlingsströme verlagerten sich auch auf Ausweichstrecken. Die Schiene biete noch relativ reibungslose Abläufe. Allerdings treten auch dort Verzögerungen auf. Bleibt noch die Luftfracht für zeitsensitive Einzelsendungen. Allerdings sind die Kosten auf diesem Wege deutlich höher.